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International 26.02.2026, 03:19 Aktualisiert: 26.02.2026, 23:02

Iran-USA-Gespräche: Fortschritte in Genf, aber Kriegsgefahr bleibt hoch

Iran rechnet mit nächster Verhandlungsrunde in weniger als einer Woche nach 'ernsthaftem Austausch' in Genf.

Wichtige Fakten

  • Iran rechnet mit nächster Verhandlungsrunde in weniger als einer Woche nach 'ernsthaftem Austausch' in Genf.
  • Omans Außenminister Albusaidi spricht von 'bedeutendem Fortschritt', USA äußern sich bisher nicht offiziell.
  • USA verhängten neue Sanktionen gegen Personen und Firmen vor den Gesprächen als Druckmittel auf Teheran.
  • Technische Gespräche sollen nächste Woche in Wien Details eines möglichen Atomabkommens ausarbeiten.
  • Region bereitet sich auf Krieg vor: Botschaften evakuieren Personal, Fluggesellschaften streichen Verbindungen.

Fortschritte in Genf, aber Kriegsgefahr bleibt hoch

In Genf haben die USA und Iran eine weitere Runde der indirekten Verhandlungen über das iranische Atomprogramm abgeschlossen, wobei beide Seiten von Fortschritten sprechen, aber die Kriegsgefahr im Nahen Osten unvermindert hoch bleibt. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bezeichnete die Gespräche unter Vermittlung des Oman als den bisher ernsthaftesten Austausch mit Washington und kündigte an, dass die nächste Runde in weniger als einer Woche stattfinden soll. Omans Außenminister Badr Albusaidi sprach von "bedeutendem Fortschritt", während sich die USA bisher nicht offiziell geäußert haben, aber aus Kreisen des Weißen Hauses verlautet, die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff seien unzufrieden mit der morgendlichen Gesprächsrunde gewesen.

Technische Details und neue Sanktionen als Druckmittel

Für nächste Woche sind technische Gespräche in Wien geplant, bei denen Details eines möglichen Abkommens ausgehandelt werden sollen. Parallel dazu erhöht Washington den Druck auf Teheran: Am Vorabend der Genfer Gespräche verhängte die US-Regierung neue Sanktionen gegen Personen, Unternehmen und Schiffe, denen vorgeworfen wird, Irans Raketenprogramm voranzutreiben. US-Präsident Donald Trump betonte in seiner Rede an die Nation, Iran arbeite an Raketen, die bald die USA erreichen könnten – eine Bedrohung, die Experten wie Roland Popp von der ETH Zürich als ernst zu nehmen einstufen, da Iran fortgeschrittene Raketentechnologie besitzt.

Militärische Drohkulisse und regionale Ängste

Die USA halten ihre massive Militärpräsenz im Nahen Osten – die größte seit der Invasion des Irak 2003 – als Druckmittel aufrecht, während Iran Vergeltung für einen Angriff androht. Diese Drohkulisse ist nach Ansicht von Analysten schwer aufrechtzuerhalten und erhöht das Risiko eines Krieges, da ein Scheitern der Gespräche zu einem Gesichtsverlust für Trump führen könnte. In der Region wächst die Angst vor einem Konflikt: Botschaften evakuieren Personal, Fluggesellschaften wie KLM streichen Verbindungen, und Bürger in Ländern wie dem Libanon bereiten sich auf mögliche Kriegsfolgen vor, da ein US-Iran-Konflikt auf Stellvertreter wie die Hisbollah übergreifen könnte.

Inhaltliche Differenzen und mögliche Zugeständnisse

Inhaltlich bleiben die Positionen weit auseinander: Die USA fordern eine Begrenzung der Urananreicherung und thematisieren das iranische Raketenprogramm, während Teheran ausschließlich über sein Atomprogramm und die Aufhebung von US-Sanktionen verhandeln will. Iran hat signalisiert, mögliche Zugeständnisse beim Atomprogramm anzubieten, etwa eine vorübergehende Aussetzung der Urananreicherung unter internationaler Überwachung, lehnt aber Diskussionen über Raketen oder regionale Stellvertreter ab. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unter Rafael Grossi ist als technischer Beobachter bei den Gesprächen anwesend, was für die Überprüfung von Verpflichtungen entscheidend sein könnte.

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