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Wirtschaft 18.06.2026, 04:26 Aktualisiert: 18.06.2026, 23:04

VW-Hauptversammlung: Unabhängige Aufsichtsrätin tritt zurück, Kritik an Konzernstrategie

Aufsichtsrätin Susanne Wiegand tritt nach einem Jahr überraschend zurück.

Wichtige Fakten

  • Aufsichtsrätin Susanne Wiegand tritt nach einem Jahr überraschend zurück.
  • VW-Chef Blume spricht von 'Risikolage so hoch wie nie'.
  • Analysten fordern attraktive Modelle statt reiner Kostensenkungen.
  • IG Metall droht mit 'aller Härte' bei weiteren Einschnitten.
  • VW-Werke sind bis 2030 vor Schließungen geschützt.

Schlüsselperson verlässt Aufsichtsrat

Auf der Hauptversammlung von Volkswagen gab es eine überraschende Personalie: Die Aufsichtsrätin Susanne Wiegand, bisher einzige unabhängige Kontrolleurin im Gremium, tritt nach nur einem Jahr nicht zur Wiederwahl an. Sie begründete den Schritt mit der besonderen Unternehmensstruktur des Konzerns, die durch enge Verflechtungen von Familien, Land Niedersachsen und Gewerkschaft geprägt sei. Die Deutsche-Bank-Tochter DWS kritisierte, Volkswagen zahle 'den Preis für ein Governance-System, das Macht sichert, aber Verantwortung verwässert'.

Sparprogramm allein reicht nicht

Auf der Hauptversammlung warnen Analysten der größten Fondsgesellschaften, dass der Konzern nicht nur die Kosten senken, sondern vor allem attraktive Modelle entwickeln müsse. 'Ein Sparprogramm allein ist keine Strategie', sagte Janne Werning von Union Investment. Vorstandschef Oliver Blume verwies zwar auf Erfolge wie die Auszeichnung als innovativstes Automobilunternehmen, räumte aber eine 'Risikolage so hoch wie nie' ein. Weltweite Kriege, neue US-Zölle und der Preiskampf in China setzen VW unter Druck.

Proteste gegen schärfere Einschnitte

Bereits Ende 2024 legte VW ein Sparpaket auf, dem bis 2030 konzernweit rund 50.000 Stellen zum Opfer fallen sollen – 35.000 allein bei der Kernmarke, fast alle in Niedersachsen. 28.000 Mitarbeiter haben ihren Austritt bereits fixiert. IG Metall und Betriebsrat warnen vor einer weiteren Verschärfung: 'Was dem zuwiderläuft, werden wir auch in Zukunft mit aller Härte bekämpfen.' Werkschließungen sind nach wie vor tabu, doch Standing und Emden gelten als teuer. Analysten fordern zudem einen effektiveren Aufsichtsrat.

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