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International 12.03.2026, 08:00 Aktualisiert: 12.03.2026, 23:03

Ungarn-Wahlkampf: Orbán verliert Rückhalt in Armenregionen - Pipeline-Konflikt als möglicher Gamechanger

Fidesz liegt in Umfragen 11 Prozent hinter der pro-europäischen Tisza-Partei zurück.

Wichtige Fakten

  • Fidesz liegt in Umfragen 11 Prozent hinter der pro-europäischen Tisza-Partei zurück.
  • In armen Regionen wie Told werden Wahlgeschenke verteilt, während die Infrastruktur fehlt.
  • Orbáns Herausforderer Péter Magyar tourt durch alle 106 Wahlbezirke und gewinnt Anhänger.
  • Die Öllieferungen durch die Druzhba-Pipeline sind seit dem russischen Drohnenangriff unterbrochen.
  • Ungarn blockiert EU-Hilfen für die Ukraine und verweigert neue Russland-Sanktionen.

Wahlkampf mit neuen Umfrageergebnissen

Rund einen Monat vor der ungarischen Parlamentswahl am 12. April zeigt sich ein verändertes Bild: Die regierende Fidesz-Partei von Ministerpräsident Viktor Orbán liegt in unabhängigen Umfragen vom Februar 11 Prozent hinter der pro-europäischen Tisza-Partei von Herausforderer Péter Magyar zurück. Besonders in armen Regionen wie dem 300-Einwohner-Dorf Told im Osten Ungarns, wo etwa 80 Prozent der Bewohner Roma sind, verliert Orbán an Rückhalt. Die Bewohner klagen über fehlende Infrastruktur, Armut und staatliche Vernachlässigung – trotz aktueller Wahlgeschenke wie Sonderunterstützungen für Kinder.

Magyars Kampagne und Orbáns Schwäche

Péter Magyar, ein ehemaliger Regierungsbeamter und Diplomat, der aus Orbáns Fidesz ausgestiegen ist, tourt durch alle 106 Wahlbezirke und tritt täglich in bis zu fünf Städten und Dörfern auf. Er verspricht, das „korrupte und autoritäre Machtsystem Orbans zu zerschlagen“ und eine pro-europäische Regierung aufzubauen. Da die Medien weitgehend von Orbán kontrolliert werden, setzt Magyar auf direkte Begegnungen mit den Menschen. Viktor Orbán steht nach 16 Jahren an der Macht so schwach da wie nie zuvor vor einer Wahl.

Ukraine-Konflikt als möglicher Wendepunkt

Gleichzeitig sorgt Orbán für Aufregung durch einen politischen Konflikt mit der Ukraine, der sich um die unterbrochenen Öllieferungen durch die Druzhba-Pipeline dreht. Experten spekulieren, dass sich daraus ein „Gamechanger“ für die Wahl entwickeln könnte, der Orbán zugutekommen würde. Orbán blockiert weiterhin EU-Hilfen für die Ukraine und verweigert neue Russland-Sanktionen, bis die Öllieferungen wieder aufgenommen werden – eine Strategie, die im Wahlkampf genutzt wird.

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