Teilen:
Klima 26.07.2026, 11:49 Aktualisiert: 26.07.2026, 15:02

Waldbrandkatastrophe in Frankreich und Spanien: Über 375.000 Menschen evakuiert – Bordeaux weiter bedroht

In Frankreich und Spanien sind über 375.000 Menschen evakuiert worden.

Wichtige Fakten

  • In Frankreich und Spanien sind über 375.000 Menschen evakuiert worden.
  • Das Feuer nähert sich Bordeaux auf 15 km, bedroht eine Million Einwohner.
  • In Spanien wurden über 116.000 Menschen evakuiert, ein Toter gemeldet.
  • Spaniens Premier Sánchez ruft zu einem Staatspakt gegen den Klimanotstand auf.
  • Frankreich evakuierte 220.000 Menschen in Gironde, das Feuer zerstörte 42.000 Hektar.

Lage in Frankreich

Die Waldbrände im Südwesten Frankreichs bleiben außer Kontrolle und rücken weiter auf die Stadt Bordeaux vor. In der Nacht zum Sonntag mussten weitere Gemeinden zwischen dem Becken von Arcachon und Bordeaux evakuiert werden, insgesamt 55.000 Menschen. Der Brand, der bereits über 42.000 Hektar zerstört hat, befindet sich nun an der Grenze des Großraums Bordeaux. Der Bürgermeister von Bordeaux, Thomas Cazenave, betonte jedoch, dass eine Evakuierung der rund 268.000 Einwohner zählenden Stadt derzeit nicht in Betracht gezogen werde. Die Einsatzkräfte, darunter 2.500 Feuerwehrleute, 1.500 Soldaten und 1.200 Polizisten, sind weiterhin im Einsatz. Innenminister Laurent Nunez sprach von einem sehr unbeständigen Brand, der immer wieder unberechenbar auflodert. Auch in anderen Regionen, wie den Landes und dem Var, wurden umfangreiche Evakuierungen vorgenommen.

Lage in Spanien

In Spanien entspannt sich die Lage leicht: Die Feuer westlich von Madrid können den Behörden zufolge allmählich eingedämmt werden. Dennoch ist noch keine Entwarnung gegeben. Über 116.000 Menschen mussten landesweit ihre Häuser verlassen. Ein neues Feuer bei Valencia zwang 16.000 Bewohner zur Flucht, nachdem es eine Front von 21 Kilometern entwickelt hatte und nicht mehr kontrollierbar schien. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach von schwierigen Stunden und rief die spanischen Parteien zu einer Klimalawision auf, um sich besser gegen den Klimanotstand zu wappnen. Insgesamt sind seit Jahresbeginn in Spanien über 152.678 Hektar Wald niedergebrannt. Trotz der Fortschritte an einigen Fronten warnt der Zivilschutz vor weiterer Gefahr vor allem östlich und südlich des Landes.

Massenhafte Evakuierungen in der Europäischen Union

Insgesamt wurden in Frankreich mindestens 220.000 und in Spanien über 116.000 Menschen evakuiert – eine historische Größenordnung. EU-Kommissarin Hadja Lahbib warnte vor neuen Hitzeperioden, die die Brandgefahr weiter erhöhen könnten. Der Brans hat bereits jetzt einen Schaden verursacht, der das Vorjahresniveau weit übersteigt. Allein in Spanien verbrannten bis Juli 32 große Brände fast 152.678 Hektar – ein neuer trauriger Rekord des Klimawandels, der auch international zu großer Sorge führt.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.