Wissenschaftsberichterstattung: Frauen weiterhin unterrepräsentiert
Wichtige Fakten
- • Nur 18% Frauenanteil in deutscher Wissenschaftsberichterstattung laut Studie.
- • Matthäus-Effekt: Bekannte Forscher erhalten mehr Aufmerksamkeit und Zitationen.
- • Matilda-Effekt: Leistungen von Frauen werden oft übersehen oder Männern zugeschrieben.
- • Frauen lehnen Medienanfragen häufiger ab als Männer.
Studie zur Medienpräsenz
Eine aktuelle Studie der Kommunikationsforscherin Melanie Leidecker-Sandman vom Karlsruher Institut für Technologie zeigt, dass Frauen in der deutschen Wissenschaftsberichterstattung stark unterrepräsentiert sind. Die Analyse von 4.860 wissenschaftsbezogenen Artikeln der letzten 30 Jahre ergab einen Frauenanteil von nur 18 Prozent, was weit von einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis entfernt ist.
Ursachen der Ungleichheit
Die Ungleichheit wird durch den Matthäus-Effekt verstärkt, bei dem bereits bekannte Forscher mehr Aufmerksamkeit und Zitationen erhalten, was in einem Spiralprozess zu noch größerer Sichtbarkeit führt. Zusätzlich wirkt der Matilda-Effekt, bei dem wissenschaftliche Leistungen von Frauen häufiger übersehen, weniger anerkannt oder Männern zugeschrieben werden, besonders in männerdominierten Forschungsfeldern.
Historische und aktuelle Beispiele
Historische Beispiele wie Lise Meitner und Rosalind Franklin, die um Anerkennung für ihre Entdeckungen gebracht wurden, verdeutlichen diesen Effekt. Heute neigen Frauen dazu, Medienanfragen häufiger abzulehnen als Männer, was zur Selbstauswahl und geringeren Sichtbarkeit beiträgt. Leidecker-Sandman empfiehlt Wissenschaftlerinnen, diese Tendenz zur strikteren Selbstselektion zu reduzieren.
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