Zehn Jahre nach Brüsseler Terroranschlägen: Bilanz und aktuelle Bedrohung
Wichtige Fakten
- • Am 22. März 2016 starben 32 Menschen bei Anschlägen in Brüssel.
- • 340 Menschen wurden verletzt, viele schwer.
- • Die Täter gehörten zu einer Terrorzelle aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek.
- • Die gleiche Zelle war für die Pariser Anschläge im November 2015 verantwortlich.
- • Heute sind Einzeltäter die größere Terrorgefahr in Belgien.
Zum Jahrestag
Vor zehn Jahren, am 22. März 2016, verübten drei Attentäter Bombenanschläge am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahnstation. Dabei kamen 32 Menschen ums Leben, über 340 wurden verletzt, viele davon schwer. Die Ermittlungen führten schnell zum Brüsseler Stadtteil Molenbeek, wo eine Terrorzelle operierte, die bereits vier Monate zuvor für die Anschläge in Paris mit 120 Toten verantwortlich war.
Hintergründe und Aufklärung
Isabelle Panou, damals Belgiens Anti-Terrorchefin, leitete die Ermittlungen und verhörte persönlich fast alle überlebenden Täter. Sie beschreibt ein enges Netzwerk aus Cousins und Freunden, die in Molenbeek radikalisiert wurden. Experten wie der Islamwissenschaftler Guido Steinberg führen die starke Präsenz von Dschihadisten in Belgien auf jahrelange salafistische und dschihadistische Radikalisierung unter marokkanischstämmigen Belgiern zurück, begünstigt durch Organisationen wie "Scharia for Belgie". Die Fäden zog dabei der Islamische Staat aus Syrien.
Aktuelle Lage
Zehn Jahre später ist der radikale Islam in Belgien laut Terrorforschung immer noch stark, doch die Methoden haben sich geändert. Der Terrorismusexperte Thomas Renard betont, dass heutige Dschihadisten oft Einzeltäter sind, die sich online radikalisieren, ohne steuernde Organisationen. Dies macht Anschläge einfacher durchführbar, aber für Ermittler extrem schwer vorhersehbar. Die Terrorgefahr bleibt damit real, wenn auch in veränderter Form.
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