Zollstreit eskaliert: USA drohen Kanada mit 50% Zöllen auf Autos
Wichtige Fakten
- • Trump erhöht Autozölle für Kanada ab Januar auf 50 Prozent.
- • Karney kündigt Gegenzölle 'Dollar für Dollar' an.
- • Kanada liefert 60% der US-Ölimporte und fast 100% Gas.
- • 76% der Kanadier unterstützen harte Linie gegen USA.
- • USMCA-Abkommen droht zu scheitern, Rezession in Kanada möglich.
Handelsgespräche gescheitert
Am Freitag scheiterten die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada in letzter Minute. Kanadas Premierminister Mark Carney warf der US-Regierung vor, plötzlich neue Bedingungen gestellt zu haben, darunter Einschränkungen der Handelsbeziehungen Kanadas zu anderen Ländern. 'Wir können ihr Angebot nicht akzeptieren und werden ihre Forderung nicht erfüllen', sagte Carney. Daraufhin verhängten die USA Zölle von 50 Prozent auf eine Vielzahl kanadischer Waren, darunter Milchprodukte, Möbel und Holz.
USA verschärfen Zölle
US-Präsident Donald Trump kündigte auf seiner Plattform Truth Social weitere Zölle an: Ab Januar sollen Autos, Lastwagen, Autoteile und Stahl aus Kanada mit 50 Prozent belegt werden. Dies trifft Kanadas wichtigste Industriezweige, insbesondere den Automobilsektor, der eng mit den USA verflochten ist.
Kanada droht mit Vergeltung
Kanada reagierte mit der Ankündigung von Gegenzöllen 'Dollar für Dollar' auf US-Produkte wie Milchprodukte, Stahl und Elektrogeräte, die ab September in Kraft treten sollen. Premier Carney betonte, man werde zur Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die USA die 'richtige Einstellung' zeigten. Die kanadische Bevölkerung unterstützt den harten Kurs: Laut einer Umfrage von Angus Reid unterstützen 76 Prozent die Entscheidung der Regierung, die Gespräche abzubrechen.
Wirtschaft warnt vor Folgen
Wirtschaftsverbände warnen vor einem längeren Zollkrieg, der vor allem kleine Betriebe und Arbeitsplätze gefährde. Analysten von Oxford Economics schätzen, dass ein Scheitern des USMCA-Abkommens Kanada in eine Rezession stürzen könnte. Auch US-Unternehmen leiden unter den Zöllen: Beispielsweise sind die Exporte von US-Wein nach Kanada um 78 Prozent eingebrochen.
Der Ton zwischen beiden Ländern bleibt scharf, und Ontarios Premier Doug Ford kündigte an, notfalls auch Energielieferungen zu besteuern.
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