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International 29.03.2026, 15:43 Aktualisiert: 29.03.2026, 23:03

Israel verweigert Kardinal Pizzaballa Zugang zur Grabeskirche - Internationale Kritik und späte Kehrtwende

Kardinal Pierbattista Pizzaballa wurde am Palmsonntag an der Grabeskirche gestoppt.

Wichtige Fakten

  • Kardinal Pierbattista Pizzaballa wurde am Palmsonntag an der Grabeskirche gestoppt.
  • Israel begründete die Maßnahme mit Sicherheitsrisiken nach iranischen Angriffen.
  • Italiens Regierung berief den israelischen Botschafter ein und kritisierte scharf.
  • Netanyahu kündigte spätabends 'vollen und sofortigen' Zugang für den Kardinal an.
  • Die Maßnahme betraf alle heiligen Stätten in der Jerusalemer Altstadt.

Zugang verweigert

Die israelische Polizei hat dem höchsten Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und dem Kustos Francesco Ielpo am Palmsonntag den Zutritt zur Grabeskirche in Jerusalem verweigert. Die beiden wollten dort eine traditionelle Messe zum Auftakt der Karwoche feiern. Nach Angaben des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem handelten sie privat und ohne Prozession, wie es sonst üblich ist. Das Patriarchat bezeichnete den Vorfall als "schwerwiegenden Präzedenzfall", der die Gefühle von Milliarden Menschen weltweit missachte.

Sicherheitsbegründung und späte Kehrtwende

Die israelische Polizei begründete die Maßnahme mit Sicherheitsrisiken aufgrund des Krieges mit dem Iran. Alle heiligen Stätten in der Altstadt seien derzeit geschlossen, da sie nicht über standardmäßige Schutzräume verfügten und das Gebiet im Notfall schwer für Rettungskräfte erreichbar sei. Spät am Sonntagabend kündigte Premierminister Benjamin Netanyahu jedoch an, er habe den zuständigen Behörden angeordnet, dem Lateinischen Patriarchen "vollen und sofortigen" Zugang zur Grabeskirche zu gewähren, damit er Gottesdienste nach seinem Wunsch abhalten könne.

Internationale Reaktionen

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte den Vorfall als "Beleidigung" und der Außenminister Antonio Tajani berief den israelischen Botschafter ein. Auch der US-Botschafter Mike Huckabee kritisierte die Maßnahme als "bedauerlichen Übergriff" und der französische Präsident Emmanuel Macron äußerte Besorgnis über die zunehmenden Verstöße gegen den Status der Heiligen Stätten. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu betonte zunächst, es habe keine böswillige Absicht gegeben, und kündigte einen Plan für Gottesdienste in den kommenden Tagen an, bevor er die späte Kehrtwende bekanntgab.

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