Oxfam-Bericht: Zahl der Milliardäre über 3.000 – Vermögen steigt weiter, Oxfam warnt vor wachsendem politischem Einfluss
- • Oxfam zufolge überschritt die Zahl der Milliardärinnen und Milliardäre 2025 erstmals die Marke von 3.000; ihr gemeinsames Vermögen lag bei 18,3 Billionen US-Dollar (Rekordwert).
- • Laut Oxfam stieg das Vermögen der Milliardäre im vergangenen Jahr um 16 Prozent; seit 2020 legte es inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent zu (Guardian: 81 Prozent bzw. +8,2 Billionen US-Dollar).
- • Oxfam betont, dass fast die Hälfte der Menschheit in Armut lebt; der Guardian berichtet zudem, dass Fortschritte im Kampf gegen Armut und Hunger zuletzt stockten.
"Oxfam erwartet ohne politische Gegenmaßnahmen (höhere Besteuerung sehr großer Vermögen, stärkere Umverteilung) eine weitere Zuspitzung der Vermögenskonzentration. Gleichzeitig dürfte der Konflikt um Verteilung und demokratische Einflussnahme an Schärfe gewinnen – sowohl durch steuerpolitische Debatten (u.a. Erbschaftsteuer) als auch durch anhaltende Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten, Austerität und Korruption."
Erbschaftsteuer-Debatte: Merz warnt vor Verunsicherung – Unternehmer pro Reform melden sich zu Wort
- • Die SPD hat einen Entwurf zur Reform der Erbschaftsteuer vorgelegt: Ausnahmeregeln bei Unternehmensvererbungen sollen abgeschafft und stattdessen ein Freibetrag von fünf Millionen Euro pro vererbtem Unternehmen eingeführt werden.
- • Der Entwurf sieht Optionen zur Stundung der Steuerzahlung vor; auf gestundete Beträge sollen Zinsen erhoben werden, um Kaufkraftverluste durch Inflation auszugleichen.
- • Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erteilte den SPD-Plänen eine Absage und warnte bei einer Rede vor der Industrie- und Handelskammer in Halle vor einer Verunsicherung der Wirtschaft; er forderte, die in diesem Jahr erwartete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten.
"Die Debatte bleibt polarisiert: CDU/CSU und Wirtschaftsverbände werden weiter vor Verunsicherung insbesondere des Mittelstands warnen, während prominente Unternehmer und die SPD Reformdruck aufrechterhalten. Eine verbindliche Klärung könnte die noch für dieses Jahr erwartete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bringen; bis dahin ist mit anhaltender politischer Diskussion und zunehmender Mediendebatte zu rechnen."
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SPD fordert Reform der Erbschaftsteuer: Kontroverse Reaktionen
- • Die SPD schlägt eine Reform der Erbschaftsteuer vor, die große Erbschaften stärker besteuert.
- • Private Erbschaften bis zu einer Million Euro und Betriebsvermögen bis zu fünf Millionen Euro sollen steuerfrei sein.
- • Die Union lehnt die Vorschläge ab, wobei CSU eine Abwanderung von Unternehmen befürchtet.
"Die Debatte könnte die Diskussion über soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stabilität in Deutschland weiter anheizen."