AfD-Parteitag in Marl: NRW-Landesverband trotzt Bundesvorstand
Wichtige Fakten
- • NRW-AfD setzt Listenparteitag in Marl fort.
- • Bundesvorstand forderte Abbruch nach Streit.
- • Mitglieder des 'patriotischen Lagers' verließen Protest.
- • Vorwürfe der Bedrohung von Delegierten erhoben.
- • Machtkampf zwischen Landes- und Bundesvorstand schwelt.
Die nordrhein-westfälische AfD hat ihren umstrittenen Listenparteitag zur Aufstellung der Kandidaten für die Landtagswahl trotz der Aufforderung des Bundesvorstands zum Abbruch fortgesetzt. Der Parteitag in Marl war zuvor von heftigen Auseinandersetzungen zwischen zwei Lagern geprägt: dem gemäßigten Flügel um den Landesvorsitzenden Martin Vincentz und dem sogenannten 'patriotischen Lager' um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich.
Der stellvertretende NRW-Landessprecher Kay Gottschalk sagte dem WDR, aus rechtlichen Gründen müsse der Parteitag weitergeführt werden. Der Bundesvorstand hatte den Abbruch empfohlen, nachdem Delegierte von Bedrohungen und Nötigungen berichtet hatten. Sven Tritschler, Landtagsabgeordneter und Mitglied des Bundesvorstands, sprach von mehreren eidesstattlichen Versicherungen, die diese Vorwürfe stützten.
Matthias Helferich bekräftigte gegenüber dem WDR ebenfalls, dass Delegierte eingeschüchtert worden seien, und warf dem Landesvorstand vor, die 'Freiheit der Wahl' gefährdet zu haben. Die Befürworter einer Abspaltung des Landesverbands von der Bundespartei hatten im Vorfeld massive Störungen verursacht. Am Montag soll der Bundesvorstand erneut über die Situation beraten. Der Landtagswahlkampf der NRW-AfD droht damit weiter von internen Querelen überschattet zu werden.
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