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International 06.06.2026, 09:00 Aktualisiert: 06.06.2026, 12:04

Andrew Tate reist trotz Auslieferungsantrag nach Moskau – Anwälte kritisieren UK-Behörden

Andrew Tate traf mit Bruder Tristan in Moskau ein.

Wichtige Fakten

  • Andrew Tate traf mit Bruder Tristan in Moskau ein.
  • Britische Staatsanwaltschaft blockiert vorerst Auslieferung bis Romanta-Verfahren abgeschlossen.
  • Tate verbreitet im Internet russische Propaganda und preist Putin.
  • Anwalt von vier Klägerinnen nennt Vorgang 'nationale Blamage'.
  • Tates Russland-Aufenthalt fällt mit Putin-Wirtschaftsforum zusammen.

Hintergrund des Falls Andrew Tate

Der britisch-amerikanische Influencer Andrew Tate und sein Bruder Tristan stehen in Großbritannien und Rumänien wegen schwerer Straftaten wie Vergewaltigung, Körperverletzung und Menschenhandel vor Gericht. Trotz bestehender Auslieferungshaftbefehle durften die Brüder Rumänien verlassen, nachdem ein Gericht die Reisebeschränkungen aufgehoben hatte. Dies ermöglichte Tates Besuch in Moskau, wo er von russischen Medien und folkloristischen Darbietungen empfangen wurde.

Kritik an britischen Behörden

Der Anwalt der vier britischen Frauen, die Tate zivilrechtlich verklagen, wirft den Behörden Untätigkeit vor. Die Entscheidung der Crown Prosecution Service (CPS), eine Auslieferung erst nach Abschluss des rumänischen Verfahrens zu verfolgen, sei rechtsstaatlich fragwürdig und stärke Tates propagandistische Wirkung im Ausland. Die Klägerinnen kritisieren, dass Tates Auftritt in Russland eine Aufwertung seiner Ansichten bedeute – vor allem vor dem Hintergrund der tolerierten oder geförderten Frauenfeindlichkeit.

Politische Dimension

Tate bekannt sich offen zu Putin und verbreitet vom Kreml lancierte Narrative, etwa zum Ukraine-Krieg oder zu LGBTQ-Rechten. Seine Reise fällt zeitlich mit dem St. Petersburger Wirtschaftsforum zusammen, an dem auch US-nahe Meinungsmacher wie Candace Owens teilnehmen. Dies unterstreicht das Interesse Russlands, transatlantische Brüche zu instrumentalisieren. Die Home-Office-Sprecher wollten zur Frage eines Auslieferungsantrags keine Details bestätigen und verwiesen auf die laufenden Ermittlungen.

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