Jüdische Kinder in Australien: Alltäglicher Antisemitismus und mangelnder Schutz
Wichtige Fakten
- • Polizei riet Opfer antisemitischer Angriffe, Verfahren fallenzulassen.
- • Jüdische Australier werden für Handlungen Israels in Gaza verantwortlich gemacht.
- • Viele Opfer des Bondi-Massakers laut Zeugen nicht als echte Australier betrauert.
- • Jüdische Kinder sehen Hakenkreuze und Nazi-Grüße in Schulen.
- • Eine Mutter berichtet von Kindern, die nicht mehr jüdisch sein wollen.
Erschütternde Zeugenaussagen vor der Royal Commission
Nir Golan, ein jüdischer Australier, schilderte vor der Royal Commission zur Untersuchung von Antisemitismus in Sydney, wie die Polizei ihn zur Aufgabe seiner Anzeige drängte. Nach einem Angriff in Sydney im Oktober 2023, bei dem ein Mann ihn als „dreckigen Juden“ beschimpfte, den Hitlergruß zeigte und eine Fingerpistole an seine Stirn hielt, bekam er zu hören, die Polizei könne wenig tun; die Kameras hätten kein Audio aufgezeichnet, und der Fall würde wahrscheinlich fallengelassen. Er solle die Sache nicht weiterverfolgen – es sei verschwendete Mühe.
Jüdische Gemeinschaft unter Druck
Der zweite Anhörungstag der Kommission zeigte, wie tief der Antisemitismus in der australischen Gesellschaft verwurzelt ist. Zeugen wie Vic Alhadeff von der NSW Jewish Board of Deputies prangerten an, dass jüdische Australier pauschal für die Handlungen des israelischen Militärs während des Gazakonflikts 2023 verantwortlich gemacht würden. Dies sei laut seiner Aussage selbst Führern anderer Glaubensgemeinschaften vorwurfsvoll entgegengehalten worden: „Aber sieh doch, was in Gaza passiert.“ Alle Zeugen betonten geschlossen, dass jüdische Australier keine Befehlsgewalt über das israelische Militär hätten und dennoch für die Handlungen eines Landes fernab der eigenen Grenzen büßen müssten.
Jüdische Kinder und der alltägliche Hass
Die belastendsten Berichte kamen wohl von den Müttern jüdischer Kinder. Dina, eine Schulfreundin der betroffenen, berichtete der Richterin Virginia Bell, dass 8-jährige Grundschüler nach dem Besuch eines Strandes in Bondi weinten und vor Angst zu sterben nicht mehr schlafen können. Alltägliche Erlebnisse beinhalten Sticker mit antisemitischen Botschaften, Hakenkreuz-Graffiti an Schulhofmauern und Mitschüler, die den Hitlergruß zeigen. Bezirksdirektor Ari vom nationalen Zentralrat der Juden erklärte dazu, dass eine in Südaustralien kursierende Falschinformation, der zu Folge jüdische Australier 2014 150 Helfer vor Krankenhäusern ermordet hätten, unter Kindern in Umlauf sei und neue rechtsextreme Sprüche produziere. Gezeigt hätten minderjährige Teenager nach ständig neuem Spielzeug der Digitalen durch Apps (TikTok, X und Snapchat), Judenhass auf stolpe Nostalgietrip: #Hitler, Holocaust verrückte durch Impuls.
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