ARD-Dialogprojekt: Was Deutschland verbindet zeigt tiefe Gräben und Gemeinsamkeiten
Wichtige Fakten
- • 84 Teilnehmende symbolisierten 84 Millionen Deutsche beim Dialogprojekt.
- • Alle Bundesländer sowie verschiedene Alters- und Berufsgruppen waren vertreten.
- • Themen wie Heimat, Migration und Respekt standen im Fokus.
- • Teilnehmer berichteten von gepflegtem Austausch ohne Gehässigkeiten.
- • Kontakt untereinander wird in einer WhatsApp-Gruppe fortgesetzt.
Ein Dialogprojekt soll Deutschland verbinden
Unter dem Titel "Was Deutschland verbindet" lud die ARD 84 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland nach Leipzig ein, um zwei Tage lang über aktuelle gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Die 84 Teilnehmenden standen symbolisch für die etwa 84 Millionen Einwohner Deutschlands; bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass alle Bundesländer, verschiedene Alters- und Berufsgruppen sowie unterschiedliche Gemeindegrößen vertreten waren. Die Themen bestimmten die Teilnehmenden selbst in Vorgesprächen, der genaue Ablauf blieb ihnen bis zum Start der Aufzeichnung verborgen.
Unterschiedliche Ansichten zu Wehrdienst und Migration
Der 64-jährige Mike, der nach schwerer Krankheit in Frührente gehen musste und nun Grundsicherung bezieht, traf beim Dialog auf einen Pazifisten. Obwohl man sich in Sachfragen nicht einig wurde, beschreibt er das Gespräch als intensiv und ohne Gehässigkeiten. Er selbst betonte die Bedeutung der Bundeswehr und sprach von einer „verlorenen Generation“ an jungen Menschen, denen Respekt und Disziplin fehlten. Dafür bekam er Gegenwind, fühlte sich aber ernst genommen. Im Alltag erlebt er dies selten – etwa auf dem Sozialamt oder wenn der Bundeskanzler mehr Arbeit fordert. Die Teilnehmerin Cecylia, in Polen geboren und in Deutschland aufgewachsen, thematisierte den Begriff der Heimat. Sie fühle sich weder in Polen noch in Deutschland vollständig zu Hause und wünscht sich mehr Freundlichkeit und Miteinander. Andere Teilnehmer berichteten von Diskriminierung und dem Gefühl, nicht willkommen zu sein. Die ARD-Dokumentation und eine Sonderausgabe von „Hart aber fair“ sind in der Mediathek abrufbar.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.