Chip-Ausverkauf in Asien: Kospi bricht ein, KI-Rally stockt
Wichtige Fakten
- • Kospi fällt um 11,5% - tiefster Stand seit Mitte April.
- • Nvidia-Aktie schließt unter 200-Dollar-Marke.
- • Apple erreicht kurzzeitig 5 Billionen Dollar Börsenwert gesenkt.
- • Berichte: China beginnt Massenproduktion von DUV-Lithografie-Anlagen.
- • DAX zeigt sich zunächst stabil, Infineon größter Verlierer.
Asiatische Börse im Ausverkauf
Die Furcht vor zunehmender chinesischer Konkurrenz hat die Halbleitertitel in Asien einbrechen lassen. Der südkoreanische Kospi verlor knapp 11,5 Prozent auf ein Drei-Monats-Tief, den tiefsten Stand seit Mitte April. Der japanische Nikkei fiel um vier Prozent und notierte zeitweise auf einem Zwei-Jahres-Tief. Der Ausverkauf konzentrierte sich auf Speicherchip-Hersteller wie Samsung und SK Hynix, die gut zehn Prozent verloren. Auch US-Chipwerte rutschten weiter ab, der Philadelphia Semiconductor Index notiert 21 Prozent unter seinem Rekordhoch. Der Nasdaq 100 fiel zwischenzeitlich um 1,8 Prozent. Apple stieg hingegen gegen den Trend und erreichte kurzzeitig eine Bewertung von über fünf Billionen US-Dollar.
Ursachen: China bedroht den Halbleitermarkt
Der Auslöser war der spektakuläre Börsengang von CXMT in Shanghai, der am Montag um 466 Prozent explodierte – die Aktie des chinesischen Speicherchipherstellers gab am Dienstag nur 1,6 Prozent nach. Gleichzeitig machten Meldungen die Runde, wonach chinesische Unternehmen eigene DUV-Lithographie-Anlagen entwickeln. Laut Berichten von 'The Information' steht das Unternehmen Shanghai Yuliangsheng vor der Produktion von DUV-Maschinen. Analysten befürchten, dass China bald den Weltmarkt mit günstigen Chips fluten könnte. Dazu kommen Sorgen über die hohe Verschuldung von KI-Unternehmen für Rechenzentren – Nvidia verlor fünf Prozent, nachdem bekannt wurde, dass es Gespräche über eine Kreditvergabe von 250 Milliarden Dollar an OpenAI gab.
Auswirkungen auf Europa
Der DAX zeigte sich zunächst uneinnehmbar, profitierte von überraschend guten Mercedes-Zahlen und einer Erholung bei Rheinmetall – gab seine Gewinne aber bis zum Nachmittag wieder ab. Infineon fiel als größter Verlierer im DAX. Die weltweite Rallye Künstlicher Intelligenz stockt erneut, da Anleger zweifeln, ob sich die enormen Milliardeninvestitionen der großen Tech-Konzerne auszahlen.
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