Australiens Klimapolitik: Kohleemissionen steigen trotz Versprechen
Wichtige Fakten
- • Australische Kohleminen erhöhten Emissionen um 0,5% im letzten Finanzjahr.
- • 80% der Minen überschritten Emissionsgrenzen, nutzten aber CO₂-Kompensationen.
- • Kohle-Lobbygruppe Coal Australia finanzierte verdeckt Wahlkampagnen gegen Klimapolitik.
- • Kritiker bemängeln, Kompensationen verzögern echte Emissionsreduktionen an der Quelle.
- • Eine Überprüfung des australischen Klimaschutzmechanismus ist für Juli geplant.
Australiens Klimaschutzmechanismus unter Druck
Australische Regierungsdaten zeigen, dass die Emissionen aus Kohleminen im letzten Finanzjahr um etwa 0,5% gestiegen sind, obwohl die Regierung von Premierminister Albanese erhebliche Emissionsreduktionen versprochen hat. Etwa 80% der Kohleminen überschritten ihre staatlich festgelegten Emissionsgrenzen, erfüllten ihre Verpflichtungen jedoch durch den Kauf von CO₂-Kompensationen. Kritiker wie die Kampagnengruppe Lock the Gate bezeichnen diese Abhängigkeit von Kompensationen als "strukturellen Fehler" im sogenannten Safeguard-Mechanismus, der sauberere Praktiken in rund 200 großen Industrieanlagen fördern soll.
Verdeckte Lobbykampagnen der Kohleindustrie
Parallel dazu wurde aufgedeckt, dass die Kohle-Lobbygruppe Coal Australia über 1 Million Australische Dollar in die Wahlkampagnen der scheinbar unabhängigen Organisation "Energy for Australians" investierte, die während der letzten Bundeswahl Anti-Labor-Werbung schaltete. Experten wie Professor Christian Downie von der Australian National University werfen der Gruppe Astroturfing vor, da sie den Eindruck einer gemeindebasierten Initiative erweckte, während sie tatsächlich von der Kohleindustrie finanziert wurde. Ein parteiübergreifender Senatsausschuss forderte kürzlich mehr Transparenz bei solchen Kampagnen.
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