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International 25.03.2026, 03:07 Aktualisiert: 25.03.2026, 06:05

Historischer 24-Stunden-Streik beim australischen ABC: Protest gegen Lohn, KI und unsichere Verträge

Erster Streik beim ABC seit 20 Jahren mit über 2.000 teilnehmenden Mitarbeitern.

Wichtige Fakten

  • Erster Streik beim ABC seit 20 Jahren mit über 2.000 teilnehmenden Mitarbeitern.
  • Lohnangebot: 10% über 3 Jahre, unter der aktuellen Inflationsrate von 3,8%.
  • Protest gegen KI-Ersetzung von Personal und unsichere Kurzzeitverträge.
  • Sendungen werden durch BBC-Inhalte, Wiederholungen und Musik ersetzt.
  • ABC hat Schlichtung durch die Fair Work Commission beantragt.

Historischer Arbeitskampf

Beim australischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ABC ist erstmals seit 20 Jahren ein 24-stündiger Streik ausgebrochen, an dem sich über 2.000 Mitarbeiter beteiligten. Auslöser ist eine von 60% der Gewerkschaftsmitglieder abgelehnte Lohnofferte von 10% über drei Jahre, die unter der aktuellen Inflationsrate von 3,8% liegt. Zudem protestieren die Beschäftigten gegen unsichere Kurzzeitverträge und die Weigerung der ABC-Führung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Ersetzung von Personal auszuschließen. Der Streik begann um 11:00 Uhr Ortszeit und führte zu erheblichen Programmausfällen.

Einschränkungen im Programm

Der Streik führt zu erheblichen Programmausfällen: Flagship-Sendungen wie '7.30', Frühstücksprogramme und Nachrichtensendungen wurden abgesetzt, stattdessen laufen BBC-World-Service-Inhalte, Wiederholungen und vorproduzierte Shows. Radio-Netzwerke wie Triple J und ABC Classic spielten hauptsächlich Musik, während lokale Programme durch Füllmaterial ersetzt wurden. Lediglich Notfallberichterstattung bei Naturkatastrophen bleibt gewährleistet. ABC-Managing-Director Hugh Marks entschuldigte sich bei den Zuschauern für die Störungen, beharrte aber auf dem Angebot als finanziell nachhaltig.

Gewerkschaftliche Forderungen und Reaktionen

Die Gewerkschaften MEAA und CPSU fordern neben inflationsausgleichenden Löhnen bessere Nachtzuschläge, Karrierechancen und weniger Abhängigkeit von befristeten Verträgen. Veteran-Moderatorin Fran Kelly kritisierte, dass viele Mitarbeiter aufgrund stagnierender Gehälter nicht in teuren Städten wie Sydney leben könnten. Die ABC-Führung argumentiert, dass 90% der Stellen unbefristet seien und weitere Lohnsteigerungen zu Stellenabbau führen würden. Die Schlichtung durch die Fair Work Commission wurde beantragt, um den Konflikt zu lösen.

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