BAföG-Erhöhung ungewiss: Koalition streitet über Finanzierung
Wichtige Fakten
- • Union stellt BAföG-Erhöhung wegen Finanzierungsvorbehalt infrage.
- • SPD pocht auf vereinbarte Reform und verweist auf gesicherte Finanzierung.
- • Studierende fordern Erhöhung der Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro.
- • Forschungsministerin Bär sorgt mit Äußerungen über Jobben für Kritik.
- • Durchschnittliche WG-Miete liegt bei 512 Euro, BAföG-Höchstsatz bei 992 Euro.
BAföG-Erhöhung vor dem Aus?
Die geplante BAföG-Erhöhung zum Wintersemester 2026/27 ist unsicher. Ursprünglich hatten CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, die Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro zu erhöhen und den Grundbedarf schrittweise anzuheben. Wegen Finanzierungsproblemen der Regierung stellt die Union dies nun in Frage. Unionsfraktionschef Jens Spahn sowie Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) zweifeln an der Umsetzbarkeit.
SPD beharrt auf Zusage, Kanzleramt bremst
Die SPD pocht auf die vereinbarte Reform und verweist darauf, dass die Finanzierung durch Finanzminister Lars Klingbeil bereits eingeplant sei. Dagegen betonte Kanzler Friedrich Merz (CDU) via Regierungssprecher, alle Vereinbarungen stünden unter Finanzierungsvorbehalt. Grüne und Linke kritisierten die Blockade scharf. Studierendenvertreter werfen Bär vor, die Lebensrealität der Studenten zu ignorieren; sie hatten die Aussage, Jobben neben dem Studium sei kein Drama, als unsensibel verurteilt.
Hintergrund: Steigende Wohnkosten belasten Studierende
Die Wohnkostenpauschale deckt die realen Mietkosten nicht ab. Laut Moses Mendelssohn Institut liegt die durchschnittliche WG-Miete bei 512 Euro, in München sogar bei 800 Euro. BAföG-Empfänger erhalten maximal 992 Euro monatlich, wobei Studierende 53 Prozent ihres Einkommens für Miete ausgeben – mehr als doppelt so viel wie der Bevölkerungsdurchschnitt. Die Reform sieht auch Vereinfachungen und Digitalisierung vor, doch die Erhöhung bleibt strittig.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.