Banken in Europa vor rosiger Berichtssaison
Wichtige Fakten
- • US-Banken legten starke Quartalszahlen vor, getrieben von hohen Schwankungen.
- • Experten erwarten für Europas Banken 11% Vorsteuergewinn-Wachstum im 2. Quartal.
- • Hohe Zinsen aufgrund des Iran-Krieges stützen die Zinsmargen.
- • EuroStoxx-Banken-Index erreicht höchsten Stand seit 2007/2008.
- • UniCredit-Übernahme der Commerzbank soll US-Vormachtstellung brechen.
Auftakt der Berichtssaison
Mit den Quartalszahlen der italienischen Großbank UniCredit beginnt morgen auch in Europa die Berichtssaison der Banken. In kurzer Zeit folgen die Großen der europäischen Adressen wie Banco Santander, BBVA, BNP Paribas, Société Générale, Deutsche Bank, Barclays oder UBS.
Rückenwind von US-Banken und Zinsumfeld
Für Spannung ist gesorgt, nachdem die US-Banken in der Vorwoche mit starken Zahlen überzeugt haben. JP Morgan Chase, Goldman Sachs & Co. setzten die Reihe positiver Quartalsberichte fort, vor allem das Handels- und Investmentgeschäft boomte aufgrund hoher Marktschwankungen infolge des Iran-Krieges. Auch für Europas Banken erwarten Experten im zweiten Quartal 2026 ein Vorsteuergewinnwachstum von durchschnittlich elf Prozent. Haupttreiber sind eine anziehende Kreditnachfrage, steigende Margen im Zinsgeschäft und niedrigere Kosten. Die hohen Zinsen, bedingt durch den Iran-Krieg und die Energiekrise, sorgen für eine steile Zinskurve und damit höhere Margen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Auswirkung der globalen Energiekrise auf die Bankbilanzen.
Positionierung gegenüber US-Konkurrenz
Analysten erwarten, dass europäische Häuser im Handelsgeschäft weiter hinter den US-Konkurrenten zurückbleiben. Lediglich der UBS trauen Experten ein Wachstum von 20% zu, auch die Deutsche Bank spielt bei festverzinslichen Wertpapieren in der Weltspitze mit. Der EuroStoxx-Banken-Index steht so hoch wie seit dem Vorkrisenjahr 2007/2008 nicht mehr. Mit der geplanten Übernahme der Commerzbank will UniCredit-Chef Andrea Orcel ein europäisches Gegengewicht zur US-Vormacht schaffen.
Tagesgeschehen und Konjunkturdaten
Die Hoffnung auf eine diplomatische Annäherung im Iran-Krieg sorgt am Mittag für Optimismus: Der DAX legt 0,3% zu und nimmt die Marke von 25.000 Punkten ins Visier. Rückenwind kommt von überraschend guten ZEW-Konjunkturerwartungen, die sich im Juli verbessert haben.
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