Baugenehmigungen steigen – aber Wohnungsmangel bleibt
Wichtige Fakten
- • Baugenehmigungen stiegen im ersten Quartal um 14,6 Prozent auf 63.500 Wohnungen.
- • Steigende Zinsen und Baukosten belasten die Bauwirtschaft.
- • ifo-Geschäftsklima im Baugewerbe fiel massiv auf minus 28,4 Punkte.
- • ZDB: Benötigt werden monatlich 10.000 zusätzliche Genehmigungen zur Bedarfsdeckung.
- • Experten warnen vor gebremstem Aufschwung durch geopolitische Unsicherheiten.
Baugenehmigungen im ersten Quartal 2026 spürbar gestiegen
Im ersten Quartal 2026 sind die Baugenehmigungen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,6 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 63.500 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Besonders im Neubau von Zweifamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern wurden deutliche Anstiege verzeichnet. Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass allein im März 21.800 Wohnungen genehmigt wurden – 11,5 Prozent mehr als im März 2025.
Steigende Zinsen und Kosten als Gefahr für den Aufschwung
Trotz des positiven Trends warnen Experten vor einer möglichen Abkühlung. Der wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien, hebt hervor, dass die robuste Dynamik angesichts des Iran-Kriegs überrascht, doch die gestiegenen Zinsen auf zehnjährige Immobilienkredite (plus 0,3 Prozentpunkte sowie Inflation die Kaufkraft schwächen. Das ifo-Geschäftsklima im Baugewerbe brach auf minus 28,4 Punkte ein, was den stärksten Rückgang seit April 2022 darstellt.
Branchenverbände sehen keinen Grund für Enthusiasmus
Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnt vor Euphorie. Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa betont, dass eine Genehmigung weder einen Spatenstich noch eine fertige Wohnung bedeute. Um den Bedarf zu decken, wären monatlich 10.000 zusätzliche Genehmigungen nötig. Die Bundesregierung setzt unterdessen auf einen „Bau-Turbo“ durch schnellere Genehmigungen und reaktivierte Förderungen für energieeffizientes Bauen.
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