Baugenehmigungen steigen kräftig – doch der Aufschwung ist fragil
Wichtige Fakten
- • Baugenehmigungen im ersten Quartal 2026 um 14,6% gestiegen.
- • 63.500 Wohnungen genehmigt, besonders bei Mehrfamilienhäusern.
- • Zinsen für Immobilienkredite seit März um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.
- • Geschäftsklima im Baugewerbe fiel auf minus 28,4 Punkte.
- • ZDB: Mindestens 10.000 zusätzliche Genehmigungen pro Monat nötig.
Deutlicher Anstieg der Baugenehmigungen im ersten Quartal 2026
Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist im ersten Quartal 2026 kräftig gestiegen. Laut Statistischem Bundesamt wurden von Januar bis März insgesamt 63.500 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 14,6% im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark legten Genehmigungen für Zweifamilienhäuser (+23,2%) und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (+14,9%) zu. Allein im März wurden 21.800 Wohnungen bewilligt, ein Anstieg von 11,5%.
Positive Signale trotz geopolitischer Risiken
Sebastian Dullien vom IMK spricht von einer robusten Dynamik der Bauwirtschaft, warnt jedoch vor bremsenden Effekten durch den Iran-Krieg. Seit März sind die Zinsen für zehnjährige Immobilienkredite um 0,3 Prozentpunkte gestiegen, und die Inflation erhöht Baukosten sowie Energiepreise. Das ifo-Geschäftsklima im Baugewerbe verschlechterte sich im April massiv von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte.
Kritische Stimmen: Genehmigung ist noch kein Bau
Trotz des Anstiegs warnen Experten vor Euphorie. Der ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa betont, dass monatlich mindestens 10.000 zusätzliche Genehmigungen nötig wären, um den Bedarf zu decken. Zudem sei eine Genehmigung noch kein Spatenstich. Die Bundesregierung setzt mit dem "Bau-Turbo" auf schnellere Verfahren und revitalisierte Förderprogramme für energieeffizientes Bauen.
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