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Kultur 25.02.2026, 14:14 Aktualisiert: 25.02.2026, 23:02

Berlinale-Krise: Sondersitzung zu Zukunft und Führung des Festivals

Kulturstaatsminister Weimer berief Sondersitzung zur Berlinale-Ausrichtung für Donnerstagvormittag ein.

Wichtige Fakten

  • Kulturstaatsminister Weimer berief Sondersitzung zur Berlinale-Ausrichtung für Donnerstagvormittag ein.
  • Auslöser waren kontroverse Reden bei Preisverleihung mit Vorwürfen gegen deutsche Gaza-Politik.
  • Medien spekulieren über Ablösung von Intendantin Tricia Tuttle, Weimer dementiert getroffene Entscheidung.
  • Deutsche Filmakademie warnt vor politischer Einflussnahme und fordert Unabhängigkeit der Berlinale.
  • Jahrespressekonferenz der Berliner Festspiele wurde abgesagt, neuer Termin unklar.

Sondersitzung zur Zukunft der Berlinale

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat für Donnerstagvormittag eine außerordentliche Sitzung der Aufsichtsgremien der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) einberufen, um über die Zukunft der Berliner Filmfestspiele zu beraten und die Vorkommnisse während der jüngsten Berlinale aufzuarbeiten. Weimer, der Vorsitzender des Aufsichtsrats ist, trat dabei Medienspekulationen über eine bereits getroffene Entscheidung zur Entlassung der Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle entgegen und betonte, nicht alles, was aktuell zu lesen sei, entspreche der Wahrheit.

Kontroverse Reden als Auslöser

Als unmittelbarer Auslöser für die Diskussionen gelten die kontroversen Reden bei der Berlinale-Preisverleihung am Samstagabend. Der syrisch-palästinensische Filmemacher Abdallah Alkhatib warf in seiner Dankesrede der deutschen Bundesregierung vor, 'Partner des Völkermords in Gaza' zu sein. In einer weiteren Rede kritisierte die libanesische Regisseurin Marie-Rose Osta Israel, als sie den Goldenen Bären für den besten Kurzfilm entgegennahm.

Politische Reaktionen und Konsequenzen

Die Aussagen sorgten für scharfe Verurteilungen durch hochrangige Politiker und Diplomaten. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ nach Alkhatibs Statement den Saal, der israelische Botschafter Ron Prosor und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichneten die Äußerungen als inakzeptabel. Parallel wurde eine für Donnerstag angesetzte Jahrespressekonferenz der Berliner Festspiele abgesagt, die 'zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattfinden' könne.

Medienspekulationen über personelle Veränderungen

Medienberichten zufolge könnte es bei der Sondersitzung um einen Wechsel an der Spitze des Filmfestivals gehen. Die 'Bild'-Zeitung berichtete unter Berufung auf Regierungskreise von möglichen personellen Veränderungen und nannte als Grund neben den Reden auch ein Foto von Festivalchefin Tricia Tuttle mit dem Team von Alkhatibs Film, auf dem palästinensische Symbole zu sehen sind. Das BKM bestätigte lediglich die Sitzung und wollte sich zu 'weiteren Spekulationen' nicht äußern.

Neue Entwicklungen und Stellungnahmen

Die Deutsche Filmakademie veröffentlichte am Mittwochabend ein Positionspapier, in dem sie die Vorgänge als Versuch 'der politischen Einflussnahme in Bezug auf die Leitung eines der bekanntesten und bedeutendsten Filmfestivals der Welt' einstuft. Die politisch Verantwortlichen müssten 'die Unabhängigkeit der Berlinale respektieren', so die Forderung. Auch die Europäische Filmakademie äußerte sich und stellte sich hinter Tuttle, die unter ihrer Leitung die Rolle der Berlinale als wichtiges internationales Festival gestärkt habe. Medienexperten wie der WDR-Kinoexperte Rüdiger Suchsland spekulieren über eine 'einvernehmliche Trennung' von Tuttle, während der 'Tagesspiegel' berichtet, Tuttle sei 'selbst der Motor für die Trennung'.

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