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Inland 04.09.2026, 16:46 Aktualisiert: 04.09.2026, 23:01

BSW-Austritte in Thüringen: Brombeer-Koalition wackelt

Zehn der zwölf BSW-Fraktionsmitglieder haben die Partei verlassen.

Wichtige Fakten

  • Zehn der zwölf BSW-Fraktionsmitglieder haben die Partei verlassen.
  • Der geschäftsführende Landesvorstand des BSW tritt zurück.
  • Die Koalition hat nur noch eine knappe Mehrheit von 39 statt 44 Stimmen.
  • Eine Umbenennung der Fraktion könnte die Mehrheit sichern.

Thüringer BSW am Rande der Spaltung

In Thüringen hat sich die Krise des BSW massiv zugespitzt: Insgesamt haben in dieser Woche zehn der zwölf Landtagsabgeordneten ihren Austritt aus der Partei erklärt, während sie formal Mitglieder der Fraktion bleiben wollen (Stand: 04.09.2026). Zudem tritt der geschäftsführende Landesvorstand um die Landesvorsitzende Katja Wolf zurück. Diese Massenaustritte sind der Höhepunkt eines wochenlangen Konflikts zwischen der thüringischen Landesverbands-Führung und der Parteigründerin Sahra Wagenknecht.

Auswirkungen auf die Brombeer-Koalition

Die Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD wird damit vor eine Zerreißprobe gestellt: Bislang verfügte sie über exakt 44 der 88 Sitze im Landtag, musste also bei Einzelentscheidungen bereits die oppositionelle Linke einbinden. Nach den Austritten mehrerer ehemaliger BSW-Mitglieder, die sich einer möglichen Neugründung oder Umbenennung der Fraktion anschließen könnten, ist künftig mit nur noch 39 zuverlässigen Koalitionsstimmen zu rechnen. Als Reaktion pocht die Linksfraktion auf einer Neubewertung der Lage; ihr Chef Christian Schaft sprach bereits von einer „geplatzten Regierungskoalition“.

Szenarien für die Mehrheitsfindung

Aktuellen Informationen der tagesschau und des MDR zufolge könnten sich die Abweichler zu einer neuen Fraktion mit eigener Identität zusammenschließen, während die Rumpffraktion – bestehend aus jenen Mandatsträgern, die der Partei um Wagenknecht treu bleiben – in ihrer bestehenden Größe weiterbesteht, was zur praktischen Aufspaltung der bisherigen BSW-Fraktion (zwölf Parlamentarier inklusive unklarer Mehrheiten) führt. Medienberichten zufolge gilt eine wie auch immer gefasste Koalition seinerzeit bereits als angeschlagen und würde diverse Formalien beanspruchen, was Voigt dazu veranlassen könnte, das Patt risikoreich allein mit Unterstützung der Linken zu füllen – die Landesverfassung böte genug Raum, zumal das BSW, bisher als parlamentarischer Pol, nachhaltig in Stärke abrutscht. Bewährt als Mehrminderheitsstrategie sind Regierungen in den östlichen Nachbarländern allerdings kein Normalfall, unterstreichen politische Analysten mit Verweis auf sich klar abzeichnende neue Machtverluste parteitaktischer Prägung und ziehen einen attraktiven Vergleich zu potenziell verfügbaren Einflusspotenzialen im Landtag sowie zu historischen Koalitionskonsens-Modellen à la Thüringen (bekannt aus Zeiten der rot-rot-grünen Übergangskonstellation zwischen 2020 und 2024).

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