Bundeswehr erhält grünes Licht für Kamikazedrohnen
Wichtige Fakten
- • Der Haushaltsausschuss genehmigte die Beschaffung von Kamikazedrohnen für die Bundeswehr.
- • Die Gesamtausgaben sind auf maximal zwei Milliarden Euro gedeckelt.
- • Erste Lieferungen sollen an die Brigade Litauen an der NATO-Ostflanke gehen.
- • Die Bundeswehr plant eine fünfstellige Anzahl an Drohnen zu beschaffen.
- • Verteidigungsminister Pistorius sieht keine Probleme mit dem US-Investor Peter Thiel.
Zusammenfassung
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat die Beschaffung von Kamikazedrohnen für die Bundeswehr genehmigt, wobei die Pläne des Verteidigungsministeriums gebilligt wurden. Zunächst sollen für rund 540 Millionen Euro Waffensysteme der deutschen Hersteller Helsing und Stark Defence bestellt werden, mit strengeren Auflagen: Die Gesamtausgaben sind auf maximal zwei Milliarden Euro gedeckelt, was deutlich unter den ursprünglich geplanten 4,3 Milliarden Euro liegt. Für weitere Käufe über diese Summe hinaus muss der Ausschuss erneut befragt werden.
Details und Hintergründe
Die Bundeswehr, die beim Einsatz von Drohnen als Waffe lange abgehängt schien, will mit diesen Systemen ein neues Kapitel auf dem Gefechtsfeld aufschlagen. Als erster Verband soll die Brigade Litauen an der Ostflanke der NATO die neuen Waffensysteme erhalten, um zur Abschreckung gegen Russland beizutragen, mit einer geplanten Einsatzbereitschaft ab 2027. Die Beschaffung umfasst eine fünfstellige Anzahl an Drohnen, wobei Rheinmetall als dritter möglicher Anbieter in Betracht gezogen wird. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte die Bedeutung dieses Schritts und verwies auf Lernprozesse von ukrainischen Erfahrungen sowie Rüstungskooperationen.
Politische Kontroversen
Vor allem die Grünen hatten Vorbehalte angemeldet, insbesondere bezüglich des US-Investors Peter Thiel, der an Stark Defence beteiligt ist und für seine rechtskonservativen Positionen und Nähe zu Donald Trump bekannt ist. Pistorius wies diese Bedenken zurück, da Thiel weniger als zehn Prozent der Anteile halte und keinen operativen Einfluss habe. Die Entscheidung des Haushaltsausschusses unterstreicht damit auch politische Kompromisse in der Sicherheitspolitik.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.