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Wirtschaft 22.06.2026, 08:23 Aktualisiert: 22.06.2026, 10:01

Chinas Immobilienkrise: Geplatzte Träume auf künstlicher Insel

Künstliche Inselgruppe Haihuadao kostete über 20 Milliarden Euro.

Wichtige Fakten

  • Künstliche Inselgruppe Haihuadao kostete über 20 Milliarden Euro.
  • Evergrande ging das Geld für Megaprojekt Haihuadao 2021 aus.
  • Heute steht ein Großteil der Gebäude leer und verfällt.
  • Immobilienpreise auf Haihuadao fielen auf das Ausgangsniveau zurück.
  • Rund 40 Hochhäuser wurden bereits wieder abgerissen.

Das Symbol der Immobilienkrise: Haihuadao

Die künstlich aufgeschüttete Inselgruppe Haihuadao vor der Südwestküste Hainans sollte ein Luxusprojekt werden, inspiriert von Dubais Palmeninseln. Der Baukonzern Evergrande begann 2015 mit den Arbeiten, investierte umgerechnet über 20 Milliarden Euro. Geplant waren Zehntausende Eigentumswohnungen, ein Hotel mit 5.000 Zimmern, ein Wasserpark, Zirkus und Vergnügungspark. Doch im Zuge der Immobilienkrise Chinas gingen Evergrande 2021 die Mittel aus. Obwohl die meisten Gebäude fertiggestellt wurden, blieben viele ungenutzt: Hotels niemals eröffnet, Shoppingmalls und Parks verlassen.

Geisterstadt auf dem Meer

Heute sind zahlreiche Hochhäuser bereits abgerissen, rund die Hälfte der etwa 40.000 Wohnungen steht dauerhaft leer. Im Sommer sollen nur 20 Prozent bewohnt sein. Immobilienmakler Yan Xiaojuan beschreibt den Verfall der Preise: Nach Spitzenwerten von über 3.000 Euro pro Quadratmeter fielen die Preise auf das Ausgangsniveau von rund 600 Euro zurück. Zweitwohnungsbesitzer wie die Rentnerin Ma Ningrui zeigen sich trotz Wertverlust gelassen, da sie die Wohnung für die Wintermonate nutzen. Andere Eigentümer, die als reine Anleger kauften, haben große Verluste erlitten. Das Projekt gilt als Mahnmal für Chinas Wirtschaftsmodell „Erst bauen, dann Kunden suchen“.

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