Citizen Science: Wie Hobbyforscher der Biodiversität auf die Spur kommen
Wichtige Fakten
- • Citizen Science begeistert jährlich Hunderttausende für Naturbeobachtungen.
- • Plattformen wie iNaturalist ermöglichen Datensammlung für die Forschung.
- • Eine neue Spinnenart wurde via Bürgerfoto auf iNaturalist entdeckt.
- • Die City Nature Challenge findet 2026 in 12 deutschen Städten statt.
- • Bürgerdaten zeigen Ausbreitung von Arten wie der Holzbiene in Deutschland.
Bürgerforschung als entscheidende Ergänzung
Citizen Science, die sogenannte Bürgerforschung, gewinnt in Deutschland und weltweit an Bedeutung. Statt sich allein auf professionelle Messstationen zu verlassen, greifen Forschende zunehmend auf Millionen von Beobachtungen aus der Bevölkerung zurück. Projekte wie die 'Stunde der Gartenvögel' oder der 'Insektensommer' motivieren jedes Jahr hunderttausende Menschen, Vögel, Insekten und Pflanzen zu zählen und zu dokumentieren. Über Plattformen wie iNaturalist oder eBird können Freiwillige Fotos und Beobachtungen hochladen, die so zu einem dichten Netz an Datensätzen werden.
Wissenschaftlicher Mehrwert und neue Entdeckungen
Die gesammelten Daten helfen, lokale und globale Veränderungen der Biodiversität zu verstehen. So konnte etwa mithilfe von Bürgerfotos auf iNaturalist eine neue Spinnenart entdeckt werden: Taczanowskia waska täuscht einen parasitären Pilz vor, um Beute zu machen. Auch in Deutschland tragen die Daten zur Beurteilung von Artenschutzmaßnahmen bei: Sie zeigen, wie sich der Klimawandel auf die Ausbreitung von Arten wie der Holzbiene oder Gottesanbeterin auswirkt. Laut Katrin Simon vom Botanischen Garten der FAU Erlangen wächst der Bedarf an engagierten Artenkennern, die besonders die bislang schlecht erforschten kleinen Insekten und Moose dokumentieren.
City Nature Challenge 2026 in Deutschland
Die 'City Nature Challenge' gilt als weltweit erfolgreichstes Bürgerforschungsprojekt und findet 2026 in zwölf deutschen Städten und Regionen statt. Teilnehmende leisten durch gute Fotos und genaue Ortsangaben einen konkreten Beitrag zur städtischen Planung und Forschung. Diese Bürgerdaten ergänzen perfekt die professionelle Wissenschaft, insbesondere in urbanen Räumen. Ein Beispiel aus Melbourne zeigt, dass viele Erkenntnisse zur Artenvielfalt ohne die 'vielen Augen' der Freiwilligen fehlen würden.
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