Clintons vor Kongress-Ausschuss: Vorwürfe der Vertuschung und internationale Auswirkungen des Epstein-Skandals
Wichtige Fakten
- • Hillary Clinton bestreitet in ihrer Aussage jegliche Kenntnis von Epsteins Verbrechen oder persönliche Begegnungen.
- • Die Anhörung wurde unterbrochen, nachdem ein Foto der nicht-öffentlichen Sitzung in sozialen Medien veröffentlicht wurde.
- • Demokraten werfen der US-Regierung vor, Teile der Epstein-Akten mit Vorwürfen gegen Trump zurückzuhalten.
- • WEF-Chef Børge Brende tritt nach Bekanntwerden seiner Epstein-Kontakte zurück.
- • In Lettland ermittelt die Polizei wegen Epsteins Netzwerk zur Anwerbung von Missbrauchsopfern.
Anhörungen der Clintons und politische Auseinandersetzungen
Das Ehepaar Clinton wurde vor einem Kongress-Ausschuss des Repräsentantenhauses zu ihren Verbindungen mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befragt. Hillary Clinton sagte am Donnerstag in der Nähe ihres Wohnorts in Chappaqua, New York, aus, während ihr Ehemann, der ehemalige Präsident Bill Clinton, einen Tag später folgte. Die Anhörungen fanden nicht öffentlich statt, was von beiden Clintons kritisiert wurde, die öffentliche Befragungen bevorzugt hätten, um Transparenz zu gewährleisten. Hillary Clinton warf dem republikanischen Ausschussvorsitzenden James Comer vor, mit der Anhörung Präsident Trump schützen zu wollen, während Comer betonte, dass es dem Ausschuss um Transparenz und Aufklärung für die Opfer geht.
Hillary Clintons Aussage und Unterbrechung
In ihrer Eröffnungserklärung bestritt Hillary Clinton jegliche Kenntnis von Epsteins kriminellen Aktivitäten oder den Ermittlungen dagegen. Sie gab an, Epstein nie getroffen, seinen Privatjet genutzt oder seine Insel besucht zu haben. Die Anhörung wurde kurzzeitig unterbrochen, nachdem der rechte Kommentator Benny Johnson ein Foto der nicht-öffentlichen Sitzung in den sozialen Medien veröffentlicht hatte, was möglicherweise gegen Hausregeln verstößt. Ein Berater Clintons bestätigte, dass die Aussage vorübergehend "off the record" ging, während die Quelle des Fotos untersucht wird. Clinton betonte ihr langjähriges Engagement gegen Menschenhandel und warf den Republikanern "institutionelles Versagen" in der Affäre vor.
Vorwürfe der Vertuschung und Forderungen nach weiteren Anhörungen
Demokraten werfen der US-Regierung vor, Teile der Epstein-Akten zurückzuhalten, in denen eine Frau Missbrauchsvorwürfe gegen Präsident Donald Trump erhebt. Laut Medienberichten des Radiosenders NPR und der New York Times fehlen in den veröffentlichten Dokumenten FBI-Memos zu diesen Vorwürfen. Robert Garcia, der führende Demokrat im Ausschuss, bezeichnete dies als "größten Vertuschungsskandal einer Regierung in der jüngeren Geschichte". Das Justizministerium bestreitet dies und erklärte, lediglich doppelte oder privilegierte Dokumente seien nicht veröffentlicht worden. Clinton forderte, dass der Ausschuss auch Trump "unter Eid befragen" solle, während die Republikaner eine Vorladung ablehnen.
Internationale Auswirkungen und weitere Entwicklungen
Der Epstein-Skandal hat internationale Auswirkungen: In Lettland ermittelt die Polizei wegen Epsteins Netzwerk zur Anwerbung von Missbrauchsopfern, wobei Modelscouts junge Frauen im Baltikum lockten. Zudem trat Børge Brende als Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurück, nachdem bekannt wurde, dass er mehr als 100 Nachrichten mit Epstein ausgetauscht und drei Abendessen mit ihm hatte. Comer kündigte an, dass Transkripte und Videomaterial der Clinton-Befragungen nach Prüfung veröffentlicht werden, ähnlich wie bei früheren Anhörungen. Die Clintons hatten die Vorladungen zunächst abgelehnt, was zu einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses führte, bevor sie einer nicht-öffentlichen Anhörung zustimmten.
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