Cum-Ex-Skandal: Ex-Steueranwalt Hanno Berger bleibt in Haft – Milliarden-Schaden für den Staat
Wichtige Fakten
- • Cum-Ex-Schaden im Ausmaß von Milliarden Euro.
- • Hanno Berger zu 8 Jahren Haft verurteilt.
- • Bisher nur etwa 13.200 Euro von Berger zurückgeholt.
- • Ca. 1.800 Beschuldigte, aber erst 24 Verurteilte.
- • Berger fühlt sich als 'Bauernopfer'.
Der Cum-Ex-Skandal, der als größter deutscher Steuerbetrug gilt, beruht auf einem komplexen Mechanismus: Dabei wurden Steuerbescheinigungen für Dividenden mehrfach genutzt, um sich Steuern erstatten zu lassen, die nie gezahlt wurden. Ähnlich wie kopierte Pfandbons im Supermarkt generierten die Täter Schein-Belege und kassierten so vom Staat Milliarden. Zwischen 2006 und 2011 profitierten zahlreiche Akteure – von Händlern über Banker bis hin zu Steueranwälten – von diesen illegalen Geschäften.
Hanno Berger, ein ehemaliger Finanzbeamter und später renommierter Steueranwalt, gilt als zentrale Figur des Skandals. Er wurde zu langen Haftstrafen verurteilt, beteuert aber weiterhin seine Unschuld und bezeichnet sich als 'Bauernopfer'. Berger argumentiert, damals habe eine Gesetzeslücke die Rückerstattung erlaubt. Die Justiz sieht dies anders: Der Bundesgerichtshof urteilte, Cum-Ex sei stets illegal gewesen.
Trotz intensiver Ermittlungen mit rund 1.800 Beschuldigten führten die meisten Fälle bisher nicht zu Verurteilungen. Bislang gab es nur 24 Verurteilte. Die Staatsanwaltschaften in Köln, Frankfurt, München und Stuttgart arbeiten die Fälle weiter auf. Bergers persönliche Einziehung von fast 15 Millionen Euro gestaltet sich schwierig: Nur etwa 13.200 Euro wurden bisher zurückgeholt, und Vermögenswerte in der Schweiz sind rechtlich kaum anzufechten. Berger selbst kämpft weiter für seine Freilassung.
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