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International 25.03.2026, 03:40 Aktualisiert: 25.03.2026, 18:06

Frederiksen mit Regierungsauftrag beauftragt: Lange Koalitionsverhandlungen in Dänemark erwartet

König Frederik hat Mette Frederiksen mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.

Wichtige Fakten

  • König Frederik hat Mette Frederiksen mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.
  • Die Moderaten mit 14 Sitzen sind als Königsmacher entscheidend für eine Mehrheit.
  • Venstre-Chef Poulsen lehnt weiterhin eine Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten ab.
  • Frederiksen sucht eine Mehrheit mit Grünen Links und Sozialliberalen (68 Sitze).
  • Die Verhandlungen könnten Wochen dauern und sind nicht garantiert erfolgreich.

Wahlergebnis und politische Lage

Die dänischen Sozialdemokraten unter Ministerpräsidentin Mette Frederiksen haben die Parlamentswahl mit 21,9% der Stimmen gewonnen, erreichten jedoch ihr schwächstes Ergebnis seit über einem Jahrhundert und verfehlten eine eigene Mehrheit. Mit 38 von 179 Sitzen bleiben sie zwar stärkste Kraft, benötigen aber Koalitionspartner für eine Regierungsbildung. Die Wahlbeteiligung war hoch, und zwölf Parteien ziehen ins Parlament ein.

Formeller Rücktritt und Regierungsauftrag

Nach der Wahl hat Mette Frederiksen bei König Frederik formell ihren Rücktritt eingereicht, was jedoch übliche Praxis ist, um den Regierungsbildungsprozess einzuleiten. Sie bleibt vorerst kommissarisch im Amt, bis eine neue Regierung gebildet ist. König Frederik hat Frederiksen nun offiziell mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt, nachdem die Parteien mit den meisten Sitzen sie für diese Aufgabe empfohlen hatten.

Politische Blöcke und Königsmacher

Das linke 'rote Block' (84 Sitze) liegt knapp vor dem rechten 'blauen Block' (77 Sitze), doch beide verfehlen die erforderliche Mehrheit von 90 Sitzen. Die Moderaten mit 14 Sitzen könnten als Königsmacher fungieren und haben signalisiert, eine Regierung in der Mitte zu bevorzugen. Ihr Vorsitzender Lars Løkke Rasmussen betonte die Notwendigkeit der Einheit in Krisenzeiten und bevorzugt eine Koalition mit Sozialdemokraten und Venstre-Partei, benötigt aber weitere Partner für eine Mehrheit.

Koalitionsverhandlungen und Herausforderungen

Frederiksen soll nun eine Mehrheit mit den Sozialdemokraten, der linksgrünen Sozialistischen Volkspartei (Grüne Links) und der dänischen sozialliberalen Partei erkunden, die zusammen 68 Sitze haben. Um die erforderlichen 90 Sitze zu erreichen, sind weitere Partner nötig, möglicherweise die Moderaten. Die Venstre-Partei unter Troels Lund Poulsen schließt eine erneute Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten aus und bevorzugt eine Regierung aus dem blauen Lager oder die Opposition. Die drei bisherigen Regierungsparteien haben Sitze verloren, während rechtspopulistische und linksgrüne Parteien hinzugewannen. Frederiksen betonte die Notwendigkeit einer stabilen Regierung in unruhigen Zeiten, doch die Verhandlungen könnten Wochen dauern und sind nicht garantiert erfolgreich.

Wahlkampfthemen und Hintergründe

Der Wahlkampf wurde trotz internationaler Spannungen um Grönland vor allem von innenpolitischen Themen wie Lebenshaltungskosten, Wirtschaft und Wohlfahrt bestimmt. Frederiksen hatte die vorgezogene Wahl einberufen, in der Hoffnung, von ihrer Handhabung der Grönland-Frage zu profitieren, doch dieser Schachzug brachte nicht den erhofften Erfolg. Die Umfragewerte stiegen kurzzeitig durch die Drohungen von US-Präsident Donald Trump, aber der Effekt war nicht stark genug für einen deutlichen Sieg.

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