Teilen:
Gesellschaft 04.09.2026, 13:45 Aktualisiert: 04.09.2026, 15:02

Deutsche Studentin gewinnt schwedische Insel für ein Jahr

27-jährige Deutsche gewinnt Insel Marsten vor Schwedens Westküste für ein Jahr.

Wichtige Fakten

  • 27-jährige Deutsche gewinnt Insel Marsten vor Schwedens Westküste für ein Jahr.
  • Insel ist rund 180 m lang, 50 m breit und unbewohnt.
  • Das Jedermannsrecht (Allemansrätten) erlaubt jedem das Betreten der Insel.
  • Wettbewerb vom schwedischen Tourismusverband erhielt über 2.000 Bewerbungen aus 100 Ländern.

Eine deutsche Studentin hat im Rahmen eines Wettbewerbs die schwedische Insel Marsten für ein Jahr gewonnen. Die 27-jährige Miriam Wiskemann aus der Nähe von Hamburg hat von Visit Sweden das Nutzungsrecht an dem etwa 180 Meter langen und 50 Meter breiten Eiland erhalten. Bei ihrem ersten Besuch war sie überrascht, dass die Insel grüner war als erwartet. Die Insel ist unbewohnt und bietet lediglich einen kleinen Turm für Fischer.

Das Allemansrätten (Jedermannsrecht) sichert jedoch allen Menschen das Recht zu, die Insel zu betreten – ganzjährig, ohne Einschränkungen. Deshalb könnte sich Wiskemann ihre temporäre Privatinsel mit anderen teilen müssen. Sie selbst sieht ihre Rolle eher repräsentativ als machtvoll, da sie keine Entscheidungsgewalt über Zugang oder Nutzung der Insel hat. Das Besondere sei das Teilen mit der Öffentlichkeit.

Visit Sweden zufolge sollen die Einschränkungen durch die schwedische Naturgesetzgebung auch zum Tourismusmarketing beitragen: Der Fokus liegt auf der Begehbarkeit und Nutzung von Natur, nicht auf exklusiven Besitztümern oder Luxusdomizilen. Für die neue Inselverwalterin, die ihren Bachelor in Erdkunde hat, ist mehr die Abgeschiedenheit und Wildnis Norwegens fürs Lernen des Allemansrätten auch ethnisch von Vorbild. Ob die Insel künftig regelmäßig Touristen anzieht oder das Interesse gering bleibt, daran zweifelt auch Nils Persson.

Durch die geringe Größe und erhöhte Fragilität des Lebensraumes kann selbst der in Nordeuropa verankerte Ansatz des Jedermannsrechts riskieren, vielen natürlichen oder kulturellen Erklärungen gleich politischen Kampagnen zu verkommen, vor denen Umwelt-Regulierungen ungeschoren nicht auskommen werden — auch weil fiskalisch kaum prüfen ist, ob jeder Schwede Zugang zur unerschlossenen Zone verteidigt. Das System gibt nichts Beständiges.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.