Deutsche-Welle-Journalist Alican Uludağ in der Türkei vor Gericht
Wichtige Fakten
- • Alican Uludağ wurde im Februar in Ankara festgenommen.
- • Ihm wird Präsidentenbeleidigung nach Artikel 299 vorgeworfen.
- • Ihm drohen bis zu vier Jahre und acht Monate Haft.
- • Bundesregierung und Deutscher Welle fordern Freilassung.
- • Türkei belegt Platz 163 von 180 bei Pressefreiheit.
Prozessauftakt gegen Deutschen-Welle-Journalisten
Seit Monaten sitzt der Reporter Alican Uludağ in türkischer Haft, nun hat der Prozess gegen ihn begonnen. Der Deutsche-Welle-Journalist war im Februar in seiner Wohnung in Ankara festgenommen und nach Istanbul überführt worden. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in einem Post auf X den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beleidigt zu haben. In dem Post kritisierte Uludağ die Freilassung mutmaßlicher Terroristen und warf der Regierung Korruption vor. Nach Artikel 219 des türkischen Strafgesetzbuches droht ihm eine Haft von bis zu vier Jahren und acht Monaten.
Reaktionen aus Deutschland und der Türkei
Sowohl die Intendantin der Deutschen Welle als auch die Bundesregierung haben die Festnahme verurteilt und fordern Uludağs Freilassung. Der Sender bezeichnete die Verhaftung als Einschüchterungsversuch und Unterdrückung der Pressefreiheit. Uludağ legte Beschwerde beim Verfassungsgericht ein und darf nur per Videokonferenz an der Verhandlung teilnehmen. Laut Reporter ohne Grenzen belegt die Türkei Platz 163 von 180 auf der Rangliste der Pressefreiheit.
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