Zwei Männer wegen iranischer Anschlagspläne auf jüdische Einrichtungen angeklagt
Wichtige Fakten
- • Generalbundesanwalt klagt zwei Männer wegen geplanter Anschläge an.
- • Ziele: jüdischer Supermarkt, Zentralrat und deutsch-israelische Gesellschaft.
- • Ali S. fotografierte Einrichtungen im Auftrag der iranischen Revolutionsgarde.
- • Tawab M. sollte Waffen und Sprengstoff für Anschläge beschaffen.
Anklage wegen geplanter Anschläge auf jüdische Einrichtungen
Der Generalbundesanwalt hat zwei Männer vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg angeklagt. Sie sollen im Auftrag der iranischen Revolutionsgarde in Deutschland Anschläge auf jüdische Einrichtungen geplant haben. Hauptangeklagter ist der 54-jährige Ali S., der im Juni 2025 in Dänemark festgenommen und nach Deutschland überstellt wurde. Er wird beschuldigt, unter anderem einen jüdischen Supermarkt, den Sitz der deutsch-israelischen Gesellschaft und das Gebäude des Zentralrats der Juden in Berlin ausgekundschaftet und fotografiert zu haben. Zudem soll er geplant haben, den Präsidenten des Zentralrats, Josef Schuster, oder den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, zu ermorden.
Rekrutierung von Mittätern und Waffenbeschaffung
Die Bundesanwaltschaft wirft Ali S. vor, im Auftrag der Quds-Kräfte, einer Auslandseinheit der Revolutionsgarde, gehandelt zu haben. Er soll zudem den afghanischen Staatsangehörigen Tawab M. rekrutiert haben, um einen Anschlag zu verüben. Tawab M. wurde im November 2025 in Dänemark festgenommen, nachdem er zugesichert hatte, eine Waffe für einen Anschlag auf jüdische oder israelische Ziele zu besorgen. Nach Einschätzung der Ermittler handelte es sich noch nicht um einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag. Die Anklage fällt in eine Zeit erhöhter Gefahr für jüdische Einrichtungen in Deutschland, die durch den Krieg zwischen Israel und dem Iran weiter gestiegen ist.
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