Deutsches Staatsdefizit 2025 höher als erwartet, aber EU-Grenze eingehalten
Wichtige Fakten
- • Staatsdefizit 2025: 119,1 Mrd. Euro (2,7% des BIP), höher als die Schätzung von 107 Mrd. Euro.
- • Bund trägt mit 79,6 Mrd. Euro etwa zwei Drittel des Defizits, Kommunen verdoppeln ihre Neuverschuldung.
- • Einnahmen stiegen um 5,7% auf 2.140,2 Mrd. Euro, Ausgaben um 5,6% auf 2.259,3 Mrd. Euro.
- • Deutschland hielt die EU-Verschuldungsregel (max. 3% Defizit) ein, im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich.
- • Experten prognostizieren steigende Neuverschuldung: IfW erwartet 3,5% Defizit 2026 und 4,0% 2027.
Defizitentwicklung und Verteilung
Das deutsche Staatsdefizit für 2025 belief sich auf 119,1 Milliarden Euro, was 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht und damit höher ausfiel als die erste Schätzung von 107 Milliarden Euro (2,4 Prozent). Der Bund trug mit 79,6 Milliarden Euro etwa zwei Drittel zum Fehlbetrag bei, während die Kommunen ihre Neuverschuldung von 7,1 auf 28,1 Milliarden Euro deutlich erhöhten. Im Gegensatz dazu halbierten die Länder ihr Minus auf 9,8 Milliarden Euro, und die Sozialversicherung reduzierte ihr Defizit auf 1,7 Milliarden Euro.
Einnahmen und Ausgaben
Die Staatseinnahmen stiegen um 5,7 Prozent auf 2.140,2 Milliarden Euro, getrieben vor allem durch einen Anstieg der Sozialbeiträge um 8,9 Prozent und Steuereinnahmen um 3,5 Prozent. Die Ausgaben erhöhten sich um 5,6 Prozent auf 2.259,3 Milliarden Euro, wobei Zinsausgaben um 8,1 Prozent und monetäre Sozialleistungen, einschließlich Renten und Arbeitslosengeld, um 5,6 Prozent zulegten. Trotz des Defizits hielt Deutschland die europäische Verschuldungsregel von maximal drei Prozent ein, im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich.
Wirtschaftliche Aussichten
Für 2026 rechnen Experten mit einer steigenden Neuverschuldung; das Kieler Institut für Weltwirtschaft prognostiziert ein Defizit von 3,5 Prozent, das bis 2027 auf 4,0 Prozent ansteigen könnte. Die Milliardeninvestitionen durch die Lockerung der Schuldenbremse könnten die Konjunktur beflügeln, mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum ab dem Frühjahr 2026 nach einem schwachen Jahresstart.
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