Teilen:
Politik 03.06.2026, 16:04 Aktualisiert: 03.06.2026, 18:02

DeutschlandTrend: Wirtschaftliche Stagnation verdrängt Migration als größtes Problem

Nur 13% bewerten Wirtschaftslage positiv, so wenig wie seit Eurokrise.

Wichtige Fakten

  • Nur 13% bewerten Wirtschaftslage positiv, so wenig wie seit Eurokrise.
  • Wirtschaft hat Migration als größtes Problem abgelöst (27% vs. 21%).
  • AfD liegt in Sonntagsfrage bei 27%, Union fällt auf 23%.
  • Zufriedenheit mit Regierung sinkt auf Rekordtief von 12%.
  • 53% erwarten unveränderte eigene wirtschaftliche Lage in einem Jahr.

Wirtschaftslage und Problemwahrnehmung

Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung verfestigt sich laut aktuellem ARD-DeutschlandTrend. Nur noch 13 Prozent der Befragten bewerten die wirtschaftliche Lage positiv – ein Rückgang um sieben Prozentpunkte seit Januar und der niedrigste Wert seit der Eurokrise. Die Wirtschaft hat die Migration als größtes Problem abgelöst: 27 Prozent nennen die wirtschaftliche Lage als wichtigste politische Aufgabe, gefolgt von Zuwanderung/Flucht (21 Prozent) und sozialer Ungerechtigkeit (18 Prozent). Auch die eigene Zukunftsaussicht ist getrübt: 38 Prozent erwarten eine Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation in den nächsten zwölf Monaten, in Ostdeutschland sogar fast jeder Zweite. Nur sechs Prozent gehen von einer Besserung aus.

Sonntagsfrage und Regierungszufriedenheit

In der Sonntagsfrage bleibt die AfD mit 27 Prozent unverändert stärkste Kraft, während die Union einen Punkt auf 23 Prozent verliert – den niedrigsten Stand seit Januar 2022. Die Grünen kommen auf 14 Prozent (minus 1), die SPD auf 13 Prozent (plus 1), die Linke auf 10 Prozent. FDP und BSW würden mit vier bzw. drei Prozent an der Mandatsschwelle scheitern. Die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Koalition fällt auf ein neues Rekordtief: Nur noch zwölf Prozent sind zufrieden. Gleichzeitig geben 46 Prozent der Befragten an, ihre Wahlentscheidung aus Enttäuschung über andere Parteien zu treffen – dieser Wert ist bei AfD-Anhängern besonders ausgeprägt.

Umgang mit der AfD

Die hohen Zustimmungswerte der AfD vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September beleben die Debatte über Kooperationsmöglichkeiten. 40 Prozent lehnen jegliche Zusammenarbeit grundsätzlich ab, 30 Prozent befürworten eine Prüfung von Fall zu Fall und ein Viertel hält gezielte Kooperation für richtig. Der CDU-Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der AfD wird von 47 Prozent für richtig, von ebenso vielen für falsch gehalten. Hingegen findet die Abgrenzung zur Linken keine mehrheitliche Unterstützung: 56 Prozent halten sie für falsch.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.