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Inland 07.04.2026, 06:55 Aktualisiert: 07.04.2026, 08:04

DGB-Chefin Fahimi widerspricht Klingbeil in Arbeitszeitdebatte

DGB-Chefin Fahimi lehnt Klingbeils Forderung nach mehr Arbeitszeit ab

Wichtige Fakten

  • DGB-Chefin Fahimi lehnt Klingbeils Forderung nach mehr Arbeitszeit ab
  • In Deutschland werde genug gearbeitet, so Fahimi gegenüber Tagesspiegel
  • Hohe Teilzeit-Quote sei Grund zur Freude, da Frauen-Erwerbsquote steigt
  • SPD müsse Profil schärfen und klaren Kurs sozialer Gerechtigkeit folgen

Debatte um Arbeitszeit und Rentenpolitik

DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat zentrale Aussagen von Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil zur Arbeits- und Rentenpolitik zurückgewiesen. Laut Fahimi gibt es in Deutschland kein Problem mit dem Arbeitsvolumen; "in Deutschland wird genug gearbeitet", sagte sie dem Tagesspiegel. Sie widersprach damit Klingbeils Forderung, die Gesellschaft müsse insgesamt mehr arbeiten, und verwies auf Kurzarbeit und Jobverluste in der Industie.

Positionen zu Teilzeit und Renten

Fahimi betonte, die hohe Teilzeit-Quote in Deutschland sei "ein Grund zur Freude, nicht zur Klage", da sie die Frauen-Erwerbsquote erhöht habe. Sie kritisierte auch Klingbeils Aussage, Deutschland müsse ein früheres Ausscheiden aus dem Erwerbsleben nicht fördern, und argumentierte, viele hätten nicht die Möglichkeit, länger zu arbeiten. Die gestiegene Erwerbsquote Älterer sei auf verbesserte Arbeitsmarktpolitik zurückzuführen, nicht auf die Rente mit 67.

Kritik an der SPD

Fahimi äußerte sich kritisch zu Klingbeils Sorge, die SPD werde als Partei der Transferleistungsempfänger wahrgenommen. Sie riet der SPD, ihr Profil zu schärfen und einem klaren Kurs sozialer Gerechtigkeit zu folgen, anstatt sich in "kleinteiligen Kompromissen" zu verlieren. Als ehemalige SPD-Generalsekretärin forderte sie die Partei auf, dieses Feedback ernst zu nehmen.

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