Dumile Fenis 'African Guernica' im Dialog mit Picasso in Madrid
Wichtige Fakten
- • Dumile Fenis Zeichnung 'African Guernica' entstand 1967 als Reaktion auf die Apartheid.
- • Das Werk wird erstmals außerhalb Südafrikas im Madrider Museum Reina Sofía ausgestellt.
- • Die Ausstellung 'History Doesn't Repeat Itself, But It Does Rhyme' stellt verschiedene Werke neben Picassos Guernica.
- • Feni hatte keine formale Kunstausbildung und war von indigener afrikanischer Kunst beeinflusst.
- • Picassos Stil wurde seinerseits stark von afrikanischer Skulptur geprägt.
Ausstellung im Reina Sofía
Im Madrider Museum Reina Sofía wird aktuell die Zeichnung 'African Guernica' des südafrikanischen Künstlers Dumile Feni (1942-1991) gezeigt – direkt gegenüber Picassos berühmtem Anti-Kriegs-Gemälde 'Guernica'. Dies ist die erste Präsentation des Werks außerhalb Südafrikas; es ist als Leihgabe der University of Fort Hare zu sehen. Die Schau ist Teil der neuen Ausstellungsreihe 'History Doesn't Repeat Itself, But It Does Rhyme', die laut Museumsdirektor Manuel Segade dazu dient, Werke aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten miteinander in Dialog zu setzen und kunsthistorische Verzerrungen zu korrigieren.
Künstlerischer und historischer Kontext
Feni schuf 'African Guernica' 1967 unter dem Eindruck der Apartheid in Südafrika. Die in Kohle und Bleistift ausgeführte Arbeit zeigt verstörende Szenen mit maskierten Figuren und Tieren, die die Gewalt und Entmenschlichung des Regimes reflektieren. Obwohl Feni keine formale Ausbildung hatte, war er von indigener afrikanischer Kunst sowie europäischen Künstlern wie Goya und Picasso beeinflusst. Kuratorin Tamar Garb betont, dass Picassos Werk selbst stark von afrikanischer Skulptur geprägt wurde, was eine wechselseitige künstlerische Beziehung unterstreicht.
Unterschiedliche Gewaltdarstellungen
Während Picassos 'Guernica' den Bombenangriff auf die baskische Stadt thematisiert, reagiert Fenis Werk auf die 'langsame Gewalt' der rassistischen Unterdrückung. Die Ausstellung umfasst neben 'African Guernica' fünf weitere Arbeiten Fenis, darunter die 53 Meter lange Rolle 'You Wouldn't Know God if He Spat in Your Eye' und die großformatige Zeichnung 'Hector Pieterson', die den Tod eines Jungen durch Apartheid-Polizei aufgreift. Garb hebt Fenis einzigartige Position in der globalen Zeichenkunst der 1960er Jahre hervor, da er in monumentalen Formaten arbeitete.
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