Englische Identität: Zwischen Stolz und Spaltung
Wichtige Fakten
- • 74% der Engländer finden, dass man unabhängig von Hautfarbe englisch sein kann.
- • Suella Braverman hält fünf bis sechs Generationen für notwendig, um englisch zu sein.
- • Matt Goodwin sieht Englischsein als Ethnizität, nicht übertragbar.
- • Kemi Badenoch warnt vor ethno-nationalistischen Tendenzen und Spaltung.
- • Lisa Nandy lehnt ethnische Definition von Englischsein ab und nennt sie befremdlich.
Identitätsdebatte in England: Ethnizität vs. Zivilcourage
Die Diskussion um die englische Identität hat sich verschärft, seit der russischstämmige Podcaster Konstantin Kisin im Februar 2024 behauptete, Rishi Sunak sei nicht englisch, da er „brauner Hindu“ sei. Ex-Innenministerin Suella Braverman beschrieb sich selbst als „britisch-asiatisch“, nicht englisch, und deutete an, dass es fünf bis sechs Generationen dauern könne, um englisch zu werden. Eine Umfrage von More in Common vom März 2025 zeigt jedoch, dass 74 % der Engländer der Meinung sind, dass jemand unabhängig von Hautfarbe oder ethnischem Hintergrund englisch sein könne.
Spaltung über die Bedeutung von Englischsein
Der Autor und GB-News-Moderator Matt Goodwin, der für Reform UK bei einer Nachwahl antrat, vertritt die Ansicht, dass Englischsein hauptsächlich eine ethnische Identität sei, die nicht einfach übertragen werden könne – vergleichbar mit dem Japanischsein. Er sieht Weißsein als Teil der britischen Identität. Nigel Farage hingegen lehnt ethnische Grenzen ab. Die Vorsitzende der Konservativen, Kemi Badenoch, die nigerianische Eltern hat, betont sowohl Abstammung als auch bürgerschaftliche Werte. Sie warnt davor, dass ethnische Instrumentalisierung langfristig zu Bürgerkrieg führen könne. Lisa Nandy, die Labour-Kulturministerin mit indisch-britischen Wurzeln, lehnt eine ethnische Definition ab und hält das Konzept für anstößig. Die Diskussion spiegelt eine tief gespaltene Nation wider, die um ihr Selbstverständnis ringt.
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