Erdbeben in Venezuela: Regierung versagt bei Hilfe – Wut wächst
Wichtige Fakten
- • Zwillingsbeben am 24. Juni fordern 4.490 Tote in Venezuela.
- • Regierung wird vorgeworfen, nur unzureichend geholfen zu haben.
- • Mutter konfrontiert Nicolás Maduro Guerra vor Kameras.
- • US-Präsident Trump ordnete Militärintervention im Januar an.
- • US-Regierung unterstützt Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez.
Wachsende Wut nach Erdbebenkatastrophe
Nach den beiden schweren Erdbeben vom 24. Juni an der Nordküste Venezuelas wächst die öffentliche Wut über die aus Sicht vieler unzureichende Hilfe der Regierung. Die offizielle Zahl der Todesopfer wurde auf 4.490 erhöht, wird aber voraussichtlich noch deutlich steigen, da noch viele Leichen aus den Trümmern geborgen werden. Besonders betroffen ist der Bundesstaat La Guaira sowie die Hauptstadt Caracas. Die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez weist die Kritik als Medienkampagne zurück und betont den Einsatz von Hilfskräften, vermeidet jedoch direkte Begegnungen mit betroffenen Familien.
Mutter konfrontiert Maduro-Sohn
Besonders große Empörung löste ein Vorfall in Catia La Mar aus: Eine Mutter, deren Tochter bei dem Beben ums Leben kam, stellte Nicolás Maduro Guerra, den Sohn des in den USA inhaftierten Ex-Präsidenten Nicolás Maduro, zur Rede. “Ihr gehört alle verhaftet”, rief Damely Yaneth Díaz und erhielt Unterstützung von Umstehenden. Der Politiker reagierte verständnisvoll, aber erklärte, kein Architekt zu sein, um die Bausubstanz eingestürzter Gebäude beurteilen zu können.
Protest droht US-Kontrolle zu gefährden
Die Erdbebenkatastrophe trifft Venezuela in einer Phase politischer Umwälzungen: Im Januar hatte US-Präsident Donald Trump eine Militärintervention befohlen, um Nicolás Maduro zu stürzen. Maduro sitzt in New York in Haft, das Land gilt faktisch als US-Protektorat unter Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, einer engen Maduro-Verbündeten. Die Hilfslosigkeit der Regierung schürt nicht nur die Wut der Bevölkerung, sondern könnte auch die unpopuläre US-gestützte Administration destabilisieren. Die USA haben rund 1.000 Soldaten zur Unterstützung der Nothilfe entsandt.
Vergleich mit Chávez
Viele Einwohner vergleichen das aktuelle Versagen mit der energischen Reaktion des ehemaligen Präsidenten Hugo Chávez auf die tödlichen Erdrutsche von 1999. “Der erste, der damals in Gummistiefeln ankam, war Chávez. Er hatte seine Fehler, aber er liebte das Volk – anders als diese Schurken jetzt”, sagt der Umzugsunternehmer Francisco González. Die Regierung versucht unterdessen, die Kritik mit Verweis auf den Tod zahlreicher lokaler Spitzenbeamter zu erklären.
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