EU-Agrarsubventionen begünstigen Fleisch- und Milchprodukte gegenüber pflanzlichen Alternativen
Wichtige Fakten
- • Beef und Lamm erhielten 2020 580-mal höhere Subventionen als Hülsenfrüchte.
- • Die EU gab 2020 €39 Mrd. für Fleisch- und Milchsubventionen aus.
- • Die EU-Agrarpolitik (GAP) vergibt Gelder hauptsächlich nach Betriebsgröße, nicht nach strategischen Zielen.
- • Experten fordern eine Reform, die Umwelt- und Gesundheitsziele integriert.
Subventionsverteilung
Eine Studie von Foodrise zeigt, dass die EU-Agrarsubventionen (GAP) Fleisch- und Milchprodukte deutlich stärker fördern als pflanzliche Alternativen. Im Jahr 2020 erhielten Rind- und Lammfleisch 580-mal höhere Subventionen als Hülsenfrüchte, Schweinefleisch fast 240-mal mehr und Milchprodukte 554-mal mehr als Nüsse und Samen. Insgesamt flossen €39 Mrd. in Fleisch- und Milchsubventionen, während Obst und Gemüse nur €3,6 Mrd. und Getreide €2,4 Mrd. erhielten.
Kritik und Reformforderungen
Experten kritisieren, dass die GAP-Gelder überwiegend nach Betriebsgröße vergeben werden, anstatt strategische Ziele wie Gesundheit und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Forscher wie Anniek Kortleve von der Universität Leiden fordern, die gesamte Subventionskette – inklusive Futtermittel – zu betrachten. Martin Bowman von Foodrise bezeichnet es als skandalös, dass Steuergelder eine emissionsintensive Industrie stützen, obwohl Wissenschaftler zu einer fleischärmeren Ernährung raten.
Politische Entwicklungen
Im Jahr 2024 führte ein „strategischer Dialog“ unter EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Anerkennung, dass Europäer mehr tierisches Protein konsumieren als empfohlen. Dennoch gibt es Widerstand von Agrarlobbys und Politikern, wie ein EU-Parlamentsbeschluss von November zeigt, der pflanzlichen Produkten Begriffe wie „Steak“ verbietet. Grüne Gruppen kritisieren dies als zynisch und fordern eine Agrar- und Ernährungspolitik, die Umwelt- und Gesundheitsziele integriert.
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