EU entschärft neuen CO2-Handel: Preise für Sprit und Heizung könnten fallen
Wichtige Fakten
- • ETS 2 startet 2028 für Verkehr und Gebäude.
- • EU weitet Marktstabilitätsreserve auf 600 Mio. Zertifikate aus.
- • Preisdeckel bei 45 Euro (inflationsbereinigt) wird künftig härter verteidigt.
- • Deutschland ersetzt nationalen CO2-Preis ab 2028 durch ETS 2.
- • Umweltverbände kritisieren abgeschwächte Lenkungswirkung.
EU reformiert Emissionshandel für Verkehr und Gebäude
Die Europäische Union hat eine Reform des ab 2028 geplanten EU-weiten Emissionshandels für fossile Brennstoffe im Verkehr und beim Heizen (ETS 2) beschlossen. Zentrales Element ist die Ausweitung der Marktstabilitätsreserve: Steigt der CO2-Preis über 45 Euro pro Tonne (inflationsbereinigt), können künftig bis zu 80 Millionen zusätzliche Zertifikate pro Jahr freigegeben werden – doppelt so viele wie bisher geplant. Damit will die EU verhindern, dass der ETS 2 starke Preissprünge verursacht, die Autofahrer und Hausbesitzer belasten würden.
Auswirkungen auf Deutschland
Für Deutschland, das bereits einen nationalen CO2-Preis von 55 bis 65 Euro hat, bedeutet die Reform möglicherweise zunächst sinkende Kosten. Der Europaabgeordnete Peter Liese erwartet einen ETS-2-Preis von 45 bis 50 Euro, was die Sprit- und Heizenergiepreise in Deutschland vorübergehend senken dürfte. Die Einnahmen aus dem ETS 2 fließen unter anderem in den Klima-Sozialfonds. Allerdings warnen Umweltverbände, dass die abgeschwächte Lenkungswirkung Investitionen in klimafreundliche Technologien behindern könnte. Marktanalysten sehen für die frühen 2030er Jahre möglicherweise deutlich höhere Preise über 100 Euro. Die Reform steht auch in der Kritik: Osteuropäische Staaten fordern weitergehende Änderungen, und Teile des EU-Parlaments erwägen die Abschaffung des ETS 2.”
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