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International 18.02.2026, 05:47 Aktualisiert: 18.02.2026, 18:08

EU-Reformen: Von der Leyen und 'E6' forcieren das Europa der zwei Geschwindigkeiten

Ursula von der Leyen kündigt Reformvorschläge zu Energiepreisen und Bürokratieabbau bis Juni 2026 an.

Wichtige Fakten

  • Ursula von der Leyen kündigt Reformvorschläge zu Energiepreisen und Bürokratieabbau bis Juni 2026 an.
  • Eine 'E6'-Gruppe aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande und Polen will bei Kapitalmarktunion und digitalem Euro vorpreschen.
  • Irlands Finanzminister Simon Harris warnt vor Spaltung und betont die Stärke der EU-27.
  • Experte Nicolai von Ondarza sieht in der 'Avantgarde'-Strategie ein Mittel für Fortschritt, aber mit Risiken für Nicht-Teilnehmer.
  • Bundesfinanzminister Lars Klingbeil spürt Aufbruchstimmung und will deutsche Führung in der Eurogruppe übernehmen.

Reforminitiativen und Tempo-Debatte

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat angekündigt, bis Juni 2026 einen Katalog von Reformvorschlägen vorzulegen, um Energiepreise besser zu kontrollieren und Bürokratie abzubauen. Sollte bis dahin kein zufriedenstellender Fortschritt erzielt werden, plant sie eine verstärkte Zusammenarbeit mit mindestens neun Ländern, was ein Europa der zwei Geschwindigkeiten bedeuten würde. Sie betont jedoch, dass eine Lösung mit allen 27 EU-Mitgliedern bevorzugt wäre.

Die Rolle der 'E6'-Gruppe

Die Finanzminister der sechs größten Volkswirtschaften der EU – Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und Polen – haben sich als 'E6'-Gruppe formiert, um Schlüsselprojekte voranzutreiben. Dazu zählen die Kapitalmarktunion, ein einheitliches Rechtsregime für Startups (das '28. Regime') und der digitale Euro. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bezeichnet die Kapitalmarktunion als 'Gamechanger' und betont die Notwendigkeit, Knoten zu durchschlagen, während er den digitalen Euro als entscheidend für die europäische Souveränität ansieht.

Bedenken und historische Perspektiven

Irlands Finanzminister Simon Harris äußert Skepsis gegenüber dem Vorpreschen der 'E6' und warnt davor, dass die Stärke der EU in der Einheit aller 27 Mitglieder liege. Nicolai von Ondarza von der Stiftung Wissenschaft und Politik weist darauf hin, dass ähnliche Ansätze wie beim Euro oder Schengenraum in der Vergangenheit Fortschritt ermöglichten, aber Transparenz und Offenheit für alle Mitglieder entscheidend seien, um Spaltungen zu vermeiden.

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