Gewalteskalation an Cottbuser Grundschule: Eltern und Lehrer suchen Lösungen
Wichtige Fakten
- • Im Schuljahr wurden fünf Körperverletzungen und Reizgas-Einsätze gemeldet.
- • Über 40% der Schüler haben keinen deutschen Pass, Sprachprobleme erschweren Integration.
- • Die Staatsanwaltschaft kann bei Kindern unter 14 kaum strafrechtlich vorgehen.
- • Eltern verfassten einen Brandbrief aus Angst vor weiteren Gewalttaten.
- • Sozialarbeiter sehen Gewalt als Folge fehlender Konfliktlösungsfähigkeiten.
Eskalierende Gewaltvorfälle
An der Regine-Hildebrandt-Grundschule in Cottbus häufen sich schwere Gewaltvorfälle, darunter Körperverletzungen, rassistische Beleidigungen, sexualisierte Gewalt und ein Reizgas-Einsatz. Schulleiterin Kathrin Haug meldete allein in diesem Schuljahr fünf Fälle an Behörden, während Eltern in einem Brandbrief über Schläge, Tritte und verängstigte Kinder berichten, die mit Bauchschmerzen zur Schule gehen.
Juristische und strukturelle Herausforderungen
Die Staatsanwaltschaft Cottbus kann kaum eingreifen, da Kinder unter 14 Jahren nicht strafmündig sind. Zudem liegt der Anteil der Schüler ohne deutschen Pass bei über 40%, was zu Sprachproblemen und Integrationsschwierigkeiten führt. Sozialarbeiter Oliver Lehmann betont, dass Gewalt oft aus Hilflosigkeit und fehlenden sozialen Kompetenzen entsteht, nicht aus Herkunft.
Maßnahmen und Reaktionen
Die Schule hat eine Gruppe für auffällige Kinder eingerichtet, um Konflikte deeskalierend zu lösen. Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) kündigte an, Kinder notfalls in Obhut zu nehmen, während die Kultusministerkonferenz auf Jugendhilfe und Polizei setzt. Bisher wurde jedoch kein Kind in Obhut genommen, und Lösungen bleiben umstritten.
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