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Wirtschaft 23.03.2026, 09:46 Aktualisiert: 23.03.2026, 18:10

Gold- und Silberpreise stürzen auf Jahrestief – Krieg und Zinssorgen belasten Edelmetalle

Goldpreis fiel neun Handelstage in Folge auf Jahrestief von 4.136,20 Dollar.

Wichtige Fakten

  • Goldpreis fiel neun Handelstage in Folge auf Jahrestief von 4.136,20 Dollar.
  • Silberpreis verlor seit Kriegsbeginn über 30 Prozent und halbierte sich fast seit Januar.
  • Iran-Krieg trieb Ölpreise, erhöhte Inflationsrisiken und verringerte Zinssenkungserwartungen.
  • Dollar-Kurs stieg seit Kriegsausbruch und bremste Goldnachfrage als Krisenwährung.

Gold- und Silberpreise stürzen auf Jahrestief – Krieg und Zinssorgen belasten Edelmetalle

Die Preise für Gold und Silber sind zum Wochenstart erneut kräftig gefallen, wobei Gold auf den tiefsten Stand des Jahres rutschte. Eine Feinunze Gold kostete im frühen Handel nur noch 4.136,20 Dollar, ein Rückgang von über sieben Prozent, und verzeichnet damit den neunten Handelstag in Folge mit Verlusten. Der Goldpreis hat seit dem Rekordhoch Ende Januar fast 1.500 Dollar oder über 20 Prozent eingebüßt, während Silber seit Ende Januar fast die Hälfte seines Rekordstands verloren hat und seit Kriegsbeginn um mehr als 30 Prozent gefallen ist.

Hauptgründe für den Einbruch sind der eskalierende Iran-Konflikt im Nahen Osten und die dadurch gestiegenen Ölpreise, die die Inflationsrisiken erhöht haben. Dies hat die Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank verringert, stattdessen werden nun potenzielle Zinserhöhungen diskutiert. Höhere Zinsen belasten Edelmetalle wie Gold und Silber, da sie keine Zinsen abwerfen und somit an Attraktivität verlieren. Zudem ist der US-Dollar seit Kriegsausbruch als Krisenwährung stärker gefragt, was Gold als in Dollar gehandeltes Edelmetall teurer macht und die Nachfrage bremst.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins unverändert gelassen, wobei Präsidentin Christine Lagarde von einem "großen Schock" sprach, der durch die gestiegenen Ölpreise verursacht wird. Die EZB erwartet infolgedessen eine Inflation von 2,6 Prozent in diesem Jahr, nachdem sie zuletzt nahe am Ziel von 1,9 Prozent lag. Marktbeobachter wie Tim Waterer von KCM Trade und Carsten Fritsch von der Commerzbank betonen, dass Gold derzeit Schwierigkeiten hat, seine Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten zu erfüllen, und dass Verluste an den Aktienmärkten zu weiteren Verkäufen von Goldpositionen führen können.

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