Großbritannien erlaubt US-Nutzung von Militärbasen für defensive Schläge gegen Iran
Wichtige Fakten
- • Großbritannien erlaubt USA Nutzung gemeinsamer Basen für defensive Schläge gegen iranische Raketenstellungen.
- • Premierminister Starmer betont Unterschied zu offensiven US-Israel-Angriffen, an denen UK nicht teilnimmt.
- • Iranische Vergeltungsschläge mit Drohnen und Raketen bedrohen über 300.000 britische Staatsbürger in der Region.
- • RAF-Basis Akrotiri auf Zypern wurde von iranischer Drohne getroffen, Familien wurden vorsorglich evakuiert.
- • Die Entscheidung ist innenpolitisch hochumstritten und spaltet auch die Labour-Partei.
Britische Position zu US-Militäraktionen gegen Iran
Der britische Premierminister Keir Starmer hat dem Parlament mitgeteilt, dass Großbritannien den USA nun die Nutzung gemeinsamer britisch-amerikanischer Militärbasen für defensive Schläge gegen iranische Raketenstellungen erlaubt. Diese Entscheidung erfolgte als Reaktion auf die „skrupellose“ Vergeltung Irans auf die ursprünglichen US-israelischen Angriffe, bei denen der iranische Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet wurde. Starmer betonte jedoch, dass das Vereinigte Königreich weiterhin nicht an „offensiven Aktionen“ teilnehmen werde und sich von der US-Position der „Regimeänderung von oben“ distanziert.
Hintergrund der Entscheidung
Die iranischen Vergeltungsschläge mit Raketen und Drohnen bedrohen nach Angaben der Regierung über 300.000 britische Staatsbürger in Golfstaaten sowie britische Militärbasen in der Region. So wurde die RAF-Basis Akrotiri auf Zypern von einer iranischen Drohne getroffen, woraufhin Familien vorsorglich in temporäre Unterkünfte verlegt wurden. Die britische Regierung argumentiert, dass die erlaubten defensiven Schläge ausschließlich darauf abzielen, Irans Fähigkeit zu weiteren Raketen- und Drohnenangriffen zu reduzieren und damit britische Interessen zu schützen.
Innenpolitische Kontroverse und internationale Reaktionen
Die Entscheidung ist innenpolitisch hochumstritten. Während Konservative und Reform UK eine stärkere Unterstützung der US-Aktionen fordern, kritisieren Grüne und Liberaldemokraten jede Beteiligung an Militäraktionen. Auch innerhalb der Labour-Partei gibt es tiefe Gräben in der Außenpolitik, insbesondere seit dem 7. Oktober 2023. US-Präsident Donald Trump äußerte sich enttäuscht über Starmers anfängliche Weigerung, britische Basen für die ersten Angriffe freizugeben. International bewegt sich Starmer im Einklang mit den E3-Partnern Deutschland und Frankreich, während seine politischen Verbündeten in Australien und Kanada die US-Aktionen unterstützen.
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