Historischer Wahlsieg in Nepal: RSP mit absoluter Mehrheit
Wichtige Fakten
- • Die Rastriya Swatantra Party (RSP) gewann 182 von 275 Parlamentssitzen.
- • Parteichef Balendra Shah wird jüngster Premierminister in Nepals Geschichte.
- • Die Wahl folgte auf Jugendproteste gegen Korruption und Arbeitslosigkeit im September 2025.
- • Nepals Wirtschaft wächst laut Weltbank 2025 voraussichtlich nur 4,6%, RSP verspricht 7%.
- • Über 25% von Nepals BIP stammen aus Rücküberweisungen von Gastarbeitern.
Historischer Wahlsieg
Bei der Parlamentswahl in Nepal am 5. März 2025 hat die erst vier Jahre alte Rastriya Swatantra Party (RSP) unter Führung des Rappers und ehemaligen Kathmandu-Bürgermeisters Balendra Shah („Balen“) einen historischen Sieg errungen. Die Partei gewann nach endgültigem Ergebnis 182 der 275 Sitze und damit eine klare absolute Mehrheit – ein Novum unter Nepals Wahlsystem, das eine Zweidrittelmehrheit erschwert. Shah besiegte dabei den ehemaligen Premierminister KP Sharma Oli in dessen Stammwahlkreis. Mit 35 Jahren wird er voraussichtlich Nepals jüngster Regierungschef.
Ursachen und Versprechen
Der überraschende Erfolg der RSP folgte auf massive Jugendproteste im September 2025, bei denen 77 Menschen starben und die Regierung gestürzt wurde. Die Wähler, insbesondere junge Menschen, drückten damit ihre Frustration über langjährige Korruption, politische Lähmung, hohe Jugendarbeitslosigkeit (ca. 20%) und wirtschaftliche Stagnation aus. Die RSP verspricht im Wahlkampf entschlossenen Kampf gegen Korruption, Untersuchung illegal erworbener Vermögen seit den 1990ern, Reform von Justiz und Verwaltung sowie ein jährliches Wirtschaftswachstum von 7%.
Herausforderungen und geopolitische Lage
Die neue Regierung steht vor immensen Herausforderungen: Die Weltbank prognostiziert für 2025 nur 4,6% Wachstum, und über 25% des BIP hängen von Rücküberweisungen aus dem Ausland ab. Zudem muss die junge, unerfahrene Partei interne Geschlossenheit wahren und in einem schwierigen geopolitischen Umfeld agieren. Nepal liegt zwischen den Rivalen Indien und China; die USA beobachten die Entwicklung aufmerksam. Die RSP betont, an der traditionellen Politik der Blockfreiheit festhalten und keine Sicherheitspakte eingehen zu wollen.
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