Hitzebeständiger Asphalt kaum im Einsatz
Wichtige Fakten
- • Hitzewelle verursachte Straßenschäden durch aufgeweichten Asphalt.
- • Helle Gesteine wie Quarzit senken Oberflächentemperatur signifikant.
- • Einsatz scheitert oft an Regelwerk, Haftung und Kosten.
Straßenschäden durch Hitzewelle
Die Hitzewelle Ende Juni 2026 hat deutschen Straßen stark zugesetzt. Auf Autobahnen mussten Abschnitte gesperrt werden, weil Fahrbahnbeläge sich wölbten oder aufweichten. Bitumen im Asphalt wird weich – Fachleute sprechen von einer „schwitzenden Fahrbahndecke“. Pahirangan Sivapatham, Professor an der Bergischen Universität Wuppertal, weist darauf hin, dass Standardasphalt bei Hitze bis zu 70 Grad Celsius erreichen kann. Besonders problematisch sei die Kombination aus hohen Temperaturen und Schwerlastverkehr, die bleibende Verformungen verursache.
Lösungen existieren, werden aber kaum genutzt
Sivapatham erforscht Asphaltmischungen mit hellen Gesteinskörnern wie Quarzit, die die Oberflächentemperatur senken. Ein 30-Prozent-Anteil reiche aus, um eine deutliche Reduktion zu erzielen. Allerdings verhindern Regelwerke wie das des Landes Sachsen-Anhalt die breite Anwendung. Der Einsatz auf Bundes- und Landesstraßen ist nicht vorgesehen. Auch Haftungsfragen bremsen Innovationen: Wenn Kommunen anders bauen als vorgegeben, tragen sie das Risiko späterer Mägel. Das Verkehrsministerium nennt zudem begrenzte Verfügbarkeit heller Gesteine und höhere Kosten als Hürden. Eine Studie von 2019 war bereits zu Potenzialen gekommen, wurde aber nicht umgesetzt.
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