Hitzewelle setzt Straßen zu: Experten fordern aufgehellten Asphalt
Wichtige Fakten
- • Hitzewelle Ende Juni verursacht Straßenschäden in Deutschland.
- • Heller Asphalt mit Quarzit kann Oberflächentemperatur senken.
- • Technische Lösungen sind vorhanden, aber kaum im Einsatz.
- • Regelwerke empfehlen hellen Asphalt nicht für Bundesstraßen.
- • Verfügbarkeit heller Gesteine ist laut Ministerium begrenzt.
Ursachen der Schäden
Die extreme Hitzewelle Ende Juni 2026 hat Deutschlands Straßen teils schwer beschädigt: Asphalt wölbte sich oder weichte auf, Autobahnabschnitte mussten gesperrt werden. Professor Sivapatham von der Bergischen Universität Wuppertal erklärt, dass die dunkle Fahrbahndecke bis zu 70 Grad heiß werde. In Kombination mit zähfließendem Verkehr und schweren Lkw entstünden bleibende Verformungen.
Technische Lösungen – heller Asphalt
Sivapatham hat Asphaltmischungen mit hellem Gestein (Quarzit) entwickelt, die die Oberflächentemperatur deutlich reduzieren. Herkömmliches Bitumen haftet auf Quarzit jedoch schlecht, weshalb ein spezielles, hochstandfestes Bitumen erforderlich sei. Bereits 2019 zeigte eine Studie, dass die Lösungen schnell umgesetzt werden sollten, doch die Bundesanstalt für Straßenwesen meldet, seither nicht weiter am Thema gearbeitet zu haben.
Hürden und Ausblick
Das Regelwerk in Sachsen-Anhalt erlaubt aufgehellten Asphalt nur im Einzelfall, auf Bundes- und Landstraßen gar nicht. Das Bundesverkehrsministerium verweist auf begrenzte Verfügbarkeit heller Gesteine und hohe Kosten. Christian Thienel von der Universität der Bundeswehr ergänzt, dass wegen Haftungsfragen Auftraggeber zögerten. In Ortschaften ist heller Asphalt dagegen bereits zugelassen und senkt dort nachweislich die Hitze.
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