ILA Berlin: Kanzler Merz kündigt Milliardeninvestitionen in Luft- und Raumfahrt an
Wichtige Fakten
- • Kanzler Merz kündigt 35 Mrd. Euro für Verteidigung im All an.
- • Kabinett verabschiedet Luftfahrtstrategie zur Stärkung des Standorts.
- • Bundestag senkt Luftverkehrssteuer, Bundesrat muss zustimmen.
- • Verbände fordern konkrete Maßnahmen zur Kostensenkung.
- • Umweltverbände kritisieren fehlenden Klimaschutz in der Strategie.
ILA Berlin eröffnet mit Fokus auf Innovation und Verteidigung
In Berlin hat die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) begonnen. Im Fokus stehen neue Produkte und Innovationen in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung, darunter auch Diskussionen über den verstärkten Einsatz von Drohnen. Das Scheitern des deutsch-französischen Kampfjetprojekts dürfte die Debatte über die Zukunft der europäischen Rüstungszusammenarbeit prägen.
Kanzler Merz präsentiert neue Luftfahrtstrategie
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte auf der Messe massive Investitionen in die Luft- und Raumfahrt an: Deutschland werde in den kommenden Jahren 35 Milliarden Euro für Verteidigungsanstrengungen im All ausgeben. Zuvor hatte das Kabinett die neue Luftfahrtstrategie beschlossen, die Deutschland als führenden Standort für eine nachhaltige, sichere und wettbewerbsfähige Luftfahrt positionieren soll. Merz versprach Kostenentlastungen von rund 500 Millionen Euro, etwa durch die Rücknahme der Erhöhung der Luftverkehrssteuer und die Übernahme von Flugsicherungskosten für Regionalflughäfen. Der Bundestag hat die letzte Erhöhung der Luftverkehrssteuer zurückgenommen; das Gesetz muss noch vom Bundesrat bestätigt werden.
Branche begrüßt Strategie, fordert aber mehr
Verbände wie der BDI und der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften lobten die grundsätzliche Richtung der Strategie, forderten aber konkrete Maßnahmen zur Senkung der Standortkosten. Diese hätten sich seit der Pandemie teils verdoppelt. Zusätzlich belasten hohe Kerosinkosten und geopolitische Konflikte wie der Iran-Konflikt die Branche.
Umweltverbände kritisieren mangelnden Klimaschutz
Klima- und Umweltschützer wie Germanwatch übten scharfe Kritik: Die Strategie bleibe hinter den ökologischen und technologischen Möglichkeiten zurück und treibe den Hochlauf synthetischer Kraftstoffe nicht ambitioniert genug voran. Ein klimaneutraler Luftverkehr bis 2050 sei so kaum zu erreichen. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) verwies auf die Senkung der Luftverkehrssteuer und stellte weitere Entlastungen in Aussicht.
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