Indien: Proteste gegen Produktion von PFAS-Chemikalien aus italienischer Fabrik
Wichtige Fakten
- • Indische Firma Laxmi kaufte stillgelegte italienische PFAS-Fabrik und baute sie in Indien auf.
- • Fabrik in Vicenza verursachte eine der größten Grundwasserverschmutzungen Europas.
- • Proteste in Indien seit Januar; Parlament forderte Untersuchung und Regulierung.
- • Indischer Umweltminister bestätigt fehlende spezifische PFAS-Regulierung in Indien.
- • Aktivisten und Politiker fordern Recht auf Gesundheit statt Entwicklung um jeden Preis.
Hintergrund
Eine Recherche des Guardian enthüllte, dass die indische Firma Laxmi Organic Industries die stillgelegte italienische PFAS-Fabrik Miteni in Vicenza gekauft und in Lote Parshuram südlich von Mumbai wieder aufgebaut hat. Die italienische Fabrik war 2018 geschlossen worden, nachdem sie eine der schlimmsten Umweltverschmutzungen Europas verursacht hatte. 2025 wurden ehemalige Manager verurteilt. Die Fabrik in Indien produziert nun wieder PFAS-Chemikalien, die in Pestiziden, Arzneimitteln und Kosmetik verwendet werden. Laxmi bestreitet jegliche Umweltverschmutzung und verweist auf Einhaltung indischer Vorschriften.
Proteste und politische Diskussion
Seit Januar 2025 gibt es in Indien Proteste gegen die Produktion. Am 8. Januar fand die erste Demonstration vor dem Werk statt, und am 2. Februar forderte der Abgeordnete Pramod Tiwari im Oberhaus des Parlaments eine bundesweite Untersuchung. Er kritisierte, dass Indien keine spezifischen PFAS-Regulierungen habe. Umweltminister Kirti Vardhan Singh bestätigte schriftlich, dass es keine solche Regelung gibt. Im April demonstrierten Tausende erneut in Lote. Aktivisten und Wissenschaftler fordern ein Verbot der Produktion. Der Filmemacher Varrun Sukhraj sagte: 'Keine Gemeinschaft sollte gezwungen sein, zwischen Arbeitsplätzen und Gesundheit zu wählen.'
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