Industrieaufträge brechen überraschend stark ein
Wichtige Fakten
- • Auftragseingang deutscher Industrie im April um 3,8% gesunken.
- • Vor allem Nachfrage aus der Eurozone (−11,1%) eingebrochen.
- • Automobilindustrie (−5,3%) und Elektroausrüster (−16,3%) stark betroffen.
- • März-Anstieg von +4,5% durch vorgezogene Bestellungen erklärt.
- • Energiepreise und Lieferengpässe durch Iran-Krieg belasten Konjunktur.
Auftragseingang im April 2026 stark gesunken
Die Aufträge der deutschen Industrie sind im April 2026 um 3,8 Prozent zum Vormonat gefallen – fast doppelt so stark wie von Experten erwartet, die mit minus 2,0 Prozent gerechnet hatten. Das Statistische Bundesamt meldete den Rückgang, der vor allem auf den Iran-Krieg zurückgeführt wird. Die Nachfrage aus der Eurozone brach um 11,1 Prozent ein, während das Ausland außerhalb der Eurozone leicht zulegte. Die OEMs Automobilindustrie (−5,3 Prozent), Hersteller elektrischer Ausrüstung (−16,3 Prozent) und Maschinenbau (−7,4 Prozent) verzeichneten deutliche Einbußen.
Krieg treibt Energiepreise und Lieferengpässe
Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal schrumpfend, da der Iran-Krieg die Konjunkturerholung ausbremst. Die Energiepreise steigen, 15,9 Prozent der Betriebe meldeten im Mai Lieferengpässe bei Vorprodukten – im April waren es noch 13,8 Prozent. Das ifo-Institut erwartet erst dann eine Erholung, wenn die Energiepreise nachgeben. Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar 2026 begonnen.
Sondereffekte verzerren Vergleich
Im März war der Auftragseingang noch um 4,5 Prozent gestiegen, was auf vorgezogene Bestellungen wegen Angst vor Lieferengpässen zurückgeht. Verglichen mit April 2025 lag das Niveau im April 2026 noch um 1,6 Prozent höher. Der Rückgang wäre ohne Großaufträge ähnlich stark ausgefallen (−3,8 Prozent).
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