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International 01.04.2026, 05:05 Aktualisiert: 01.04.2026, 18:02

Energiekrise in Südasien verschärft sich: Existenzängste und drastische Sparmaßnahmen

Indien importiert verstärkt Energie aus Russland als Reaktion auf die Krise.

Wichtige Fakten

  • Indien importiert verstärkt Energie aus Russland als Reaktion auf die Krise.
  • In Bangladesch und Sri Lanka führen Stromabschaltungen und Vier-Tage-Wochen zu massiven Einschränkungen.
  • Die Gasknappheit in Neu-Delhi führt zu Preissteigerungen und Schwarzmarktaktivitäten.
  • Experten sehen in der Krise einen Anstoß für Investitionen in erneuerbare Energien.
  • Die Blockade der Straße von Hormus betrifft besonders Südasien, das auf diese Lieferungen angewiesen ist.

Verschärfte Lage in Südasien

Die Energiekrise infolge des Iran-Krieges trifft Südasien besonders hart, wo die Blockade der Straße von Hormus – durch die ein Großteil der Rohstoffe für die Region transportiert wird – zu massiven Engpässen führt. In Indien, Bangladesch, Sri Lanka und Pakistan haben die Auswirkungen existenzbedrohende Dimensionen angenommen, mit weitreichenden Konsequenzen für die Bevölkerung und die Wirtschaft.

Alltägliche Not und drastische Maßnahmen

In Neu-Delhi ist die Gasknappheit allgegenwärtig: Kleinhändler wie Vijay Kumar können aufgrund ausverkaufter Gaszylinder oft nicht arbeiten, und Preise für Grundnahrungsmittel wie Samosas sind um 50% gestiegen. Schwarzmarktbanden kaufen verfügbare Gaszylinder auf und verkaufen sie zu Wucherpreisen weiter. Gleichzeitig ergreifen Regierungen drastische Sparmaßnahmen: Bangladesch schließt Universitäten und führt landesweite Stromabschaltungen ein, Sri Lanka hat eine Vier-Tage-Woche mit zusätzlichem arbeitsfreiem Mittwoch eingeführt, und Pakistan appelliert an Cricketfans, Spiele zuhause zu verfolgen, um Treibstoff zu sparen.

Indiens Reaktion und langfristige Perspektiven

Indiens Premierminister Narendra Modi reagiert auf die Krise mit der verstärkten Einfuhr von Energie aus Russland – eine in der westlichen Welt umstrittene Maßnahme. Energieexpertin Purva Jain vom Think-Tank IEEFA betont, dass die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten nun schmerzhaft sichtbar wird. Sie sieht jedoch auch eine Chance: Die Krise könnte Indien und andere Länder zwingen, stärker in erneuerbare Energien zu investieren, um langfristig Energie-Souveränität zu erreichen.

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